Adams Äpfel

Dänemark 2005 Regie: Anders Thomas Jensen Die Dänen! Dieser Humor! Einmal möchte ich in meinem Leben in einem tief-dänisch-humorien Film sitzen in einem Mainstream-Kino in den USA. Über die Lacher werde ich Strichliste führen und mit einem leeren Zettel den Saal verlassen. Wahrscheinlich. Ein einer Vorführung dieses Films hier soll wohl in einer solchen Vorführung niemand gelacht haben - der Film wurde als Drama fehlinterpretiert. Muss an der augenzwinkernd pathetischen Musik gelegen haben, die nicht jeden Schenkelklopfer als einen solchen ausgeschildert hat, sondern (wenn man's kapiert) noch ein humorvolles Sahnehäubchen auf dem ganzen Konstrukt ist. In dieser herrlich schwarzen Komödie geht es um Adam, den kahlgeschorenen Neonazi. Er soll bekehrt werden, indem er zur läuterung zu einem Pfarrer gebracht wird, der bereits einen kleptomanisch veranlagten Vergewaltiger und einen latenten Terroristen bei sich untergebracht hat, und stoisch alles Schlechte am Menschen und in der Welt negiert. Ignoriert. Hinzu gesellt sich noch ein schwangere Säuferin, aber eigentlich will/soll Adam ja einen Apfelkuchen backen. Mehr muss gar nicht erzählt werden, diese Konstellation ist Gold wert. Mit einem angenehmen Hang zur Brutalität und dem Mut zur aufgebauschten Drama-Musik wird hieraus ein höchst vergnügliches, fieses Filmchen, wie es nicht alle Tage ins Kino kommt. Zwar überzeugen nicht alle Darsteller, und die Synchro schmerzt ganz schön, aber ohne Frage sind Adams Äpfel absolut empfehlenswert für alle Schwarzhumorempfänger!