AIRBUS A380 - Schwierigkeiten?!

Der Airbus A380 soll nicht sicher sein. Das behauptet zumindest der Ingenieur Joseph Mangan. Er war bei der österreichischen Firma TTTech für die Zulassung des Kabinendrucksystems zuständig. Das Kabinendrucksystem filtert die Luft, regelt die Temperatur und gleicht den Druck aus. Für den A380 wurde das System völlig neu entwickelt. Es soll allerdings nicht hundertprozentig sicher sein, so die Vorwürfe Mangans gegenüber dem Magazin "plusminus" der ARD am Mittwochabend. "Testergebnisse weisen auf Mängel hin" Der Druck in der Kabine werde über Auslassventile an der Unterseite des Flugzeugs geregelt, erklärt Mangan. Sie seien immer nur so weit geöffnet, dass die Luft angenehm zum Atmen und nicht zu kalt sei. Bei der Überprüfung der Zulassungsunterlagen stieß Mangan laut "plusminus" allerdings auf Testergebnisse, die auf Mängel hinwiesen. So könnten alle Auslassventile etwa gleichzeitig vollständig aufgehen. Das könnte zu rapidem Druckverlust führen. Sollten es die Passagiere in dieser Situation nicht schaffen, die Sauerstoffmasken rechtzeitig aufzusetzen, würden sie ohnmächtig. Es bestünde Lebensgefahr, so das TV-Magazin. Mangan sagte, er habe bei Tests Fehler in den Chips festgestellt, die die Auslassventile steuern. TTTech liefert die Software und die Chips, die das Druckluftsystem steuern, an das Unternehmen Nord Micro, das wiederum Airbus und Boeing beliefert. TTTech entließ Mangan fristlos und deklarierte seine Bedenken als "Geschäfts- und Betriebsgeheimnis". Die meisten anderen Flugzeuge haben ein zweites System, das das vollständige Öffnen der Ventile verhindern soll - der neue Airbus hingegen nicht. Airbus wies am Mittwoch die Berichte zurück. Die Sicherheit sei bei Airbus alleroberstes Gebot und genieße beim A380 ebenso wie bei allen anderen Airbus-Flugzeugen erste Priorität, teilte das Unternehmen in Toulouse mit. Es gebe kein Sicherheitsdefizit und der A380 werde die strengsten Sicherheitsvorschriften erfüllen. "Dieses System weicht von der bisherigen Ausführungsform im Flugzeugbau deutlich ab. Das übliche 'fail safe' ist hier nicht gegeben", so Haas gegenüber "plusminus". "Fail safe" bedeute, dass bei dem Ausfall eines Systems ein anderes diese Funktion übernehmen müsse, so Haas weiter. Dem amerikanischen Konkurrenten von Airbus, Boeing, ist das System ebenfalls nicht sicher genug. Zwar wurde das gleiche Kabinendrucksystem für die neue Boeing 787 (Dreamliner) bestellt, jedoch Änderungen eingefordert. "Bei uns wird es eine mechanische Sicherung an den Auslassventilen geben", hieß es. Der Pilot könne dann im Notfall eine Fehlfunktion des Computers korrigieren. Sollten auch bei Airbus Modifikationen nötig werden, würde das die Auslieferung des A380 verzögern. Hohe Entschädigungszahlungen wären die Folge, so "plusminus". Die Europäische Luftfahrtbehörde (EASA) überprüft nun die Vorwürfe gegen Airbus. Und auch das Europäische Parlament fordert Aufklärung. Bis bald, Euer Kafelni :wave: