Angie
Siebzehn Leser. Ein kleiner, aber feiner Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich mir heute etwas mehr Mühe geben muss. Nun denn, wenigstens ist die Tischrunde jetzt etwas gemütlicher geworden; man ist schon fast vertraut untereinander. Zum Anfang des Wochenendes will ich entweder über Gerd oder Angie schreiben. Ich tendiere zur CDU Vorsitzenden, weil uns der Gerd ja auch noch ne Weile erhalten bleibt. Ladys first. Angie schaut ja immer so ein bisschen, als ob ihr Kopf zwischen einem Schraubstock eingeklemmt wäre, oder sie gerade mit Verstopfung auf dem Klo sitzen würde. Das könnte unter anderem daran liegen, dass sich die Gute immer so konzentrieren muss. So zum Beispiel auf den potenziellen Beitritt der Türkei in die EU. Da dieses Thema erst in zehn bis fünfzehn Jahren wirklich konkret wird, braucht sie schon eine gehörige Portion Gehirnschmalz um so progressiv zu sein. Hauptsache die Wähler schütteln den Kopf, warum genau ist dabei vordergründig egal. Ein weiterer Grund für Angies visuell erkennbare Verbissenheit könnte der regelmässige Nasenstoiber aus München sein. Der bayrische Ministerpräsident ist durchaus nicht immer einer Meinung mit der grossen Schwester. Da knallt der Angie schon hin und wieder mal ein schwerer Aktenberg an den Kopf. Schliesslich sind die dort unten auch hauptsächlich katholisch und nicht reformorientiert. Der wahre Grund für Angies andauernden Miesepeter ist jedoch wesentlich offensichtlicher. Angie ist eine Frau. Das mag den einen oder anderen erstaunen, ist aber so: Angie nimmt die Regel dort auf wo sie passiert, im Innern des Körpers. Die CDU Chefin wäre also die erste Bundeskanzlerin im vereinigten Deutschland. Dazu noch aus dem Osten stammend. Würde Angie jetzt noch schwarz sein, hätten wir sozusagen drei Minderheiten auf einmal und der UNO Hauptsitz könnte von New York nach Berlin verlegt werden. Überflüssige Minderheitengedanken sind dabei gerade darum ein Thema, weil sie nicht thematisiert werden. Merkel wird also auch weiterhin zutiefst angestrengt asexuell durch die Gegend düsen, weil das bitteschön kein Thema sein, oder werden sollte. Ein John Wayne mit Perücke, der mit rauchendem Colt durch den deutschen Regierungsapparat stampft. Magengeschwür vorprogrammiert.