Da soll noch einer sagen, er hätt´s nicht gewußt...
Schon 2005/2006 war mit dem Namen Watzal einiges an Aufregung verbunden. Leider ist mein Text nur noch über den Cache bei Google zu finden, nicht mehr auf der Website meines damaligen Arbeitgebers: Amoklauf einer Bundeszentrale von ANDREAS SCHNEIDER „Das ist wie Margot Honecker zur Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen zu machen“ urteilt die Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler (CDU) über den neuesten Skandal in der früher so seriösen Bundeszentrale für Politische Bildung (BpB ). Die Bundeszentrale hatte den Vorsitzenden der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) den Schulen in Deutschland als Experten für Integration empfohlen. Die IGD wird vom Verfassungsschutz wegen ihrer Verbindungen zur extremistischen Muslimbruderschaft beobachtet. In einer Pressemitteilung vom 17.11.05 kritisiert Köhler den Präsidenten der Bundeszentrale, Thomas Krüger: „Die Bundeszentrale für politische Bildung hat als Leitbild aufgetragen bekommen, das demokratische Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern. Sie ist nicht der Ort, um falsche Ideologien zu verbreiten. Es wird Zeit, dass man bei der Bundeszentrale über Konsequenzen – auch personeller Art – nachdenkt.“ Die Empfehlung islamistischer und antisemitischer Organisationen und Personen ist nur eine Fehlleistung unter vielen, die sich die BpB in den letzten Jahren geleistet hat. Seit Krüger im Juni 2000 zum Präsidenten ernannt wurde, häufen sich die Vorwürfe gegen seine Amtsführung. „Ideologisch motiviert“, „kritikresistent“ und „fachlich inkompetent“ sind noch die harmloseren Charakterisierungen des ehemaligen Plaste- und Elastefacharbeiters und Theologen. 2005 sollte jedoch zum Waterloo des Thomas Krüger werden. Zuerst wies er jegliche Kritik an seinem langjährigen Mitarbeiter Ludwig Watzal brüsk zurück, der regelmäßig in linksextremistischen Publikationen und Websites Beiträge publiziert. So werden ihm beispielsweise Veröffentlichungen auf den Internetseiten der Antiimperialistischen Koordination Wien (antiimperialista.org) vorgeworfen, die von den USA wegen ihrer Unterstützung des Terrorismus gesperrt wurden. Eine breite politische Kontroverse hatte die Empfehlung der Bundeszentrale für den Film „Paradise Now“ ausgelöst. Der BpB wird vorgeworfen, mit dem aus „filmpädagogischen“ Gründen von ihr empfohlenen Film palästinensische Selbstmordattentate zu verherrlichen. In dem Begleitheft werden Schüler aufgefordert, sich in Selbstmordattentäter hineinzuversetzen und deren Motive nachzuvollziehen. Der Regisseur des Films bezeichnete auf der von der BpB geförderten Internetseite Quantara.de unwidersprochen Selbstmordanschläge als „sehr menschliche Reaktion“. Der Film zeigt Israelis allein in der Rolle der Täter, israelische Opfer von Terroranschlägen wurden komplett ausgeblendet. Krüger setzte seinem Lebenswerk erst vor wenigen Tagen die Krone auf. In Berlin tritt seine Behörde als Veranstalter des 6. Festivals „Politik im Freien Theater“ auf. Dort wird in einem „Antifaschismus Vergnügungspark“ das so genannte „Betroffenheits-Amüsement“ rund um die Mahnmale und Holocaust-Ausstellungen thematisiert. Die Besucher können vor Bildwänden mit Leichenbergen von KZ-Gefangenen für ein Foto posieren. Zu den weiteren „Attraktionen“ gehören „Menschenschauen, Lachgaskammer, Galgenringelspiel, Dekonzentrationslager oder Aschenputteldusche“. Die Neubesetzung des BpB-Präsidenten sollte angesichts dieser Skandalserie und der Wichtigkeit der Bundeszentrale für Schulen und die politische Bildung in der Großen Koalition ganz oben auf der Tagesordnung stehen, damit nicht weiterhin Steuergelder für antisemitische „Happenings“, antiisraelische Filme und zwielichtige Experten verpulvert werden. Interessant ist dabei die Klarstellung von Watzal selbst, zu der er uns damals verdonnert hat: Zu unserer Veröffentlichung legt Herr Dr. Ludwig Watzal Wert auf folgende Feststellung: "Ich habe noch nie Originalbeiträge „regelmäßig in linksextremistischen Publikationen und Websites“ veröffentlicht. Von mir wurden in der Zeitschrift „Intifada“ nur im Jahr 2003 vier Rezensionen und zwei Artikel gekürzt nachgedruckt, die vorher alle in renommierten Tageszeitungen und Zeitschriften veröffentlicht waren. Ebenso falsch ist, das die Website „antiimperialista.org“ wegen „Unterstützung des Terrorismus“ in den USA gesperrt wurde. Die Seite ist in den USA immer noch abrufbar." [Rechtschreibfehler aus dem Original übernommen] So plötzlich kommen die Probleme des Innenministers mit der Bundeszentrale also nicht. Die Frage muss hier doch lauten: was tat der Dienstherr zwischen 2006 und heute?