Der Baum der fliegen konnte
Dort unten, da war er nun, aufgetürmt in Richtung Himmel, aber trotzdem unerkennbar. Das Licht erhellte die letzten Spitzen bevor die ewige Nacht einzog. Er schaute nach oben und sah die güldenen Sommerstrahlen die so warm aber doch so fern waren. Traurigkeit konnte man ihm nicht ansehen, denn er wusste, ab und zu treffen auch ihn die warmen Strahlen. So lebte er jeden Tag und jede Nacht im Gesicht seines Schattens. Die Liebe war ihm verboten, doch still und heimlich hielt er an ihr fest. Das Land war überzogen von der Abendröte, als sie es rausfanden. Schlimme Geister riefen ihm zu und lachten ihn aus. Verbotenes war geschehen. Der Schleier der Nacht sank tiefer ins Land herein. Weit oben konnte man die Wärme noch spüren. Die Wurzeln waren betrogen und hielten nicht mehr fest. Die Erde wurde zu Sand. Alles war aufeinmal anders. Am nächsten Morgen war es geschehen - die Geister längst verstummt - öffnete sich der Morgentau und fliegen konnte er, immer in Richtung Sonnenschein. (05'Andi)