Eine erste Einschätzung...
Nach einige Tagen in Dänemark, genauer gesagt Kopenhagen, wage ich es, mir ein erstes Urteil zu bilden. Alle meine bisherigen Aufenthalte beschränkten sich auf ein kurzes, trockenes Ankommen am Flughafen, der übliche Hoteltransfer, Probe, Konzert, anschließender Nahrungssuche mit Getränkekonsum, Schlafen, Frühstücken und Abreisen. Dieses Mal ist alles anders. Ich habe sehr viel Zeit, da sich unsere Dienstzeiten in den letzten zwei Tagen auf effektive 3 Minuten reduziert haben. Jeden Tag wird nur ein Bröckchen dessen geprobt, was wir Hörner zu spielen haben, so das wir doch viel Zeit haben, Kaffe zu trinken, die Stadt kennen zu lernen oder soziale Studien zu treiben. Was fällt auf? Nun, zuallererst haben die Dänen eine Königin, die es ihren Untertanen gestattet, über den Hof ihres königlichen Schlosses zu fahren. Schloss Amalienborg hat vier Flügel, die an den vier Ecken eines Platzes es angeordnet sind. Hier halten die königlichen Garden Wache, mittags um 12 gibt es einen festlichen Wachwechsel, so wie man ihn auch aus London gewohnt ist. Aber kann man sich vorstellen, dass Königin Elisabeth es gestatten würde, den Buckingham-Palace als Bestandteil in das öffentliche Verkehrswegenetz einzubeziehen? „Dronne“ Margarete hat damit überhaupt kein Problem, und so fährt der städtische Verkehr munter an ihrer Haustür vorbei. Zweitens: die autochthone Dänin an sich trägt gerne Stiefel. Entweder in der sehr winterfesten Variante, die polartauglich ist, oder aber in jeglicher Schafthöhe, natürlich je höher desto besser. Drittens: abgesehen von der natürlichen Sprachgrenze zwischen Dänisch und Deutsch ist die Aussprache der Dänen von herzergreifender Unklarheit. Schriftdänisch und gesprochenes Dänisch sind nicht miteinander in Beziehung zu setzen, so erscheint es jedenfalls dem zugereisten Deutschen. Nach unserer Einschätzung verschlucken die Dänen mindesten 77 % aller Silben. Und wenn sie denn artikulieren, dann in einer Sprachmelodie, die den gelernten Musiker in völliges Erstaunen versetzt. Aber, man kommt zurecht…..