Erfolgreiche Zutaten - Pop-Corn Kino
Es muss nicht immer schwere Kost sein. Pop-Corn Kino hat manches zu bieten. Der Reiz liegt im hohen Widererkennungswert der einzelnen Zutaten. Und wenn das Ganze dann noch mit ein wenig Ironie serviert wird, ist ein unterhaltsamer Abend garantiert. Einer, der sein Erfolgsmuster immer auf's neue variiert, ist der Produzent Jerry Bruckheimer. "Das Vermächtnis der Tempelritter" beschreibt, was ein Pop-Corn-Film benötigt: Eine abenteurliche Story, einen Helden, einen Bösewicht, das Mädchen, einen Freund und einen Ermittler. Gleich zu Anfang wird gezeigt, worum es geht, dann wird der Konflikt zwischen dem Helden und dem Bösewicht erklärt, dann entsteht ein Konflikt, in diesem Fall eine Art Wettrennen. Besonders wichtig ist, dass es im zweiten Drittel noch einmal so aussieht, als würden die Guten verlieren. Das steigert die Spannung. Und bevor es zum wohlverdeinten Happy End kommt, kämpfen die Guten um ihr Leben und es sieht so aus, als kämen sie nicht zum Ziel. Zum Schluss bekommt der Held das Mädchen, der Freund den Lohn und die Bösewichter ihre Strafe. So einfach? Aus diesem Muster lassen sich natürlich zahlreiche Varianten ableiten. Allerdings ironisiert Bruckheimer dieses Rezept und schafft so ein bisschen Distanz, ohne der Handlung die Spannung zu nehmen. Und hin und wieder muss es ordentlich krachen, also ein paar Explosionen, Verfolgungsjagden und Schießereien sind erforderlich, um das Ganze aufzumotzen und auch denen was zu bieten, die sich für die Dramatik nicht interessieren und einfach nur abhängen wollen. Das ist Entertainment. Und den Dialogen merkt man an, dass Bruckheimer an jeden gedacht hat. Wenn der Ermittler sagt, einer müsse immer ins Gefängnis, dann meint er natürlich den Film, spielt also auf die Dramaturgie an und nicht auf seinen "Beruf". Das ist auch für den komisch, der den Film nur als Film sieht. Und so gelingt es Bruckheimer, allen ein bisschen was zu bieten. - Mir hat's gefallen. Denn manchmal habe ich keine Lust einen Film zweimal zu sehen und möchte auch keinen umfangreichen Diskurs starten, sondern einfach nur abschalten. - Warum nicht? Bis bald!