Insomnia

ich kann nichts schreiben. merkwürdig. ich spüre, wie die benzodiazepine mich träge machen, ich kann warten, ohne zu denken, aber ich kann nicht schlafen. schlafen, mein größter wunsch. Endlich mal wieder ausschlafen. Keine Träume. Und aufwachen, ohne an V. zu denken. Mein Kopf ist so voll mit Geschichten, mit Vergangenheiten und Zukünften, aber: was solls? Vor fast 10 Jahren habe ich das wunderbarste Mädchen der Welt kennengelernt. Wir haben uns geliebt. Tun wir es immer noch? Wenn die Antwort nein ist: warum verletzen wir uns dann so? Aber, wenn die Antwort ja ist: warum verletzen wir uns dann so? Seitdem kann ich keine Menschen mehr an mich heranlassen. Ich kann niemandem mehr Macht über mich geben, Macht, mich zu verletzen, selbst Menschen, bei denen ich weiss, dass sie es niemals tun würden. Ich habe eine Mauer um mich herum gebaut, die so hoch ist, dass niemand dadurch kann. Und von aussen habe ich diese Mauer verziert, mit einer wunderbaren Fassade, an die nicht zu glauben selbst mir manchmal schwer fällt. Schließlich passt alles - ich habe Erfolg, meine Fassade hilft mir, ich weiss, was von mir erwartet wird und tue genau das. Aber dahinter ist alles leer. Dahinter gibt es keine Wünsche für eine wie auch immer geartete Zukunft (ausser vielleicht das Meer). Ich hoffe, dass die Zeit vergeht, schnell, immer schneller, Montag, Dienstag, Freitag, Sonntagabend, der Juni-Rest, August, Herbst, 2007, 2010, und ich werde alt sein, ehe ich mich versehe. Und das einzig unberechenbare wird sein: was passiert mit der Vergangenheit, mit der richtigen Vergangenheit: wird sie mich verlassen können? Werde ich sie verlassen können?