Integration und Fremdenliebe
In den Lernpausen spiel ich hier immer ein bißchen Basketball. Und je wärmer es wird, desto mehr Kids kommen raus. So kenne ich inzwischen Murat, Osan, Baran, Francesco, Kevin, Louis und noch den einen oder anderen. Alle zwischen 12 und 16, recht rauh im Umgangston miteinander, aber echt feine Jungs. Das merkt man, wenn man ihnen Respekt entgegenbringt. Dass ich als deutlich Älterer sie achte, interessiert an Ihnen bin und sie mit Namen anspreche, hat sie zunächst einigermaßen irritiert. Aber mehr und mehr merke ich, wie sich ihr Umgang mir gegenüber verändert - ich glaube, dass es kaum einen Menschen gibt, der nicht verändert wird, wenn ihm Liebe entgegengebracht wird. Für die Jungs heißt Liebe in erster Linie Respekt und Anerkennung auf dem Court. Integration hat insofern viel mit Liebe zu tun, denke ich. Die Fremden zu lieben ist schon im Judentum ein wichtiges Gebot gewesen. Wieviel mehr würde ich mir wünschen, dass wir Christen uns nicht damit hervortun, mit dem Finger auf die Ausländer zu zeigen, die abzuschieben sind, sondern die Fremden, die in unserer Umgebung leben, zu lieben. Sport ist eine tolle Möglichkeit dazu.