Kindersegnung
Annette und ich haben uns entschieden, unser Kind (schon bald nach der Geburt, bevor wir in die USA abzwitschern) segnen zu lassen. Ein paar – das Thema nicht erschöpfende - Gedanken zu dieser Entscheidung: Wir wissen, dass das Thema der Säuglingstaufe/Kindersegnung in der Christenheit sehr kontrovers diskutiert wird. Viele wesentlich schlauere Köpfe als wir es sind haben sich zu dieser Frage kluge Gedanken gemacht und sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Mit unserer Entscheidung möchten wir in keinem Fall irgendjemanden verletzen. Wir möchten auch nicht sagen, dass wir die Säuglingstaufe für falsch halten oder die Taufe irgendeines Säuglings (zum Beispiel meine eigene ;) ) in Frage stellen. Und wir achten die Meinung aller, die in dieser Frage eine andere Auffassung vertreten. Trotzdem müssen wir für uns im Hinblick auf unser eigenes Kind hier entscheiden, was wir machen möchten. Unser Kind selbst kann ja noch nicht mitbestimmen, weil es weder momentan noch voraussichtlich in den ersten Wochen nach der Geburt sich äußern wird, ob es gern getauft oder gesegnet werden möchte. Im Hinblick auf mein Prüfungsthema in Systematischer Theologie habe ich mich noch einmal intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt (da wusste ich noch nix davon, dass diese Frage schon bald auch für uns aktuell wird ;) ) und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die „Säuglingstaufe“ und die „Gläubigentaufe“ beide für gültig halte - die Taufe eines Kindes, Jugendlichen oder Erwachsenen, der oder die sich die Taufe wünscht (= „Gläubigentaufe“) aber für vorzugswürdig halte. Dabei kommt es sicherlich nicht darauf an, wie „groß“ der Glaube oder wie vollkommen das Bekenntnis des Täuflings ist. Aber wir wünschen uns für unser Kind, dass es selber den Wunsch danach entwickeln kann, getauft zu werden und sich später dann auch an dieses Ereignis erinnern kann. So kann es sich dann anhand dieses sichtbaren Zeichens des Wassers auch wirklich an Gottes bedingungsloses Ja zu ihm erinnern und daran festhalten. Es kann sein, dass ein Kind mit 4 Jahren diesen Wunsch entwickelt, es kann auch sein, dass es viel länger dauert oder nie passiert. Als Eltern möchten wir dazu beitragen, unserem Kind davon zu erzählen oder vor allem vorzuleben, wie schön ein Leben mit Gott ist und dass auch die Taufe ein tolles Zeichen unseres gnädigen Gottes ist. Es gibt sicherlich noch viele andere gute Gründe dafür, ein Kind segnen zu lassen – ebenso, wie es viele gute Gründe für eine Säuglingstaufe gibt. Da man sich aber ja an irgendeinem Punkt entscheiden muss, tun wir das jetzt so besten Wissens und Gewissens und wollen auch fröhlich dazu stehen. Vielleicht sehen wir die ganze Sache schon in ein paar Jahren ganz anders, aber man kann ja immer nur das vertreten und so handeln, wie man gerade jetzt denkt. Wir können gut verstehen, dass manch einer vielleicht überrascht oder sogar enttäuscht über diese unsere Entscheidung ist. Trotzdem würden wir uns wünschen, wenn Ihr Euch im Hinblick auf die Segnung mit uns freuen könntet. Die Segnung selbst soll auch kein Bekenntnisakt von uns Eltern in irgendeiner Weise sein, dass wir es besser wüssten als viele andere, sondern wir wünschen uns, dass Gottes Segen für das Kind an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Vielleicht kann man es ja so betrachten, dass sicherlich niemand etwas dagegen hat, ein Kind zu segnen. Die Tatsache, dass wir unser Kind nicht taufen lassen, können wir gerne auch einmal diskutieren mit demjenigen, dem das wichtig ist – aber vielleicht nicht unbedingt an dem Tag der Segnung ... Der Termin der Segnung, die in der evangelischen Kirche in Hohnhorst stattfinden wird, steht noch nicht ganz fest, aber es könnte der 8.Oktober werden. Vielleicht sehen wir uns …