Kritik am SF DRS und SR DRS
Sehr geehrte Frau Deltenre. In der Beschreibung der Unternehmungsstrategie SF DRS lese ich wörtlich: „Schwerpunkte sind ein Bekenntnis zur besonderen Verantwortung des Service public im Hinblick auf Publikum, professionelle Qualität und Ethik.“ Zum Schwerpunkt «professionelle Qualität» habe ich konkrete Fragen an Sie: 1. Sind Sie nicht der Ansicht, dass Fernsehsendungen so gestaltet sein müssten, dass die überwiegende Anzahl der zahlenden Fernsehkonsumenten ihnen folgen kann? Das ist leider oft nicht möglich, weil die überlaute Hintergrundmusik gesprochene Texte vollständig überdeckt. Für mich persönlich betrifft dies vor allem Doc – Sendungen, Netz Natur und Tierfilme, aber auch, und das ärgert mich ganz besonders, Programmvorschauen. Beispielsweise gestern Abend, 26. 07. 2005, vor und nach der Tagesschau. Trotz riesigem Lärm, vielen Lichtblitzen und Farbwechseln in rasender Folge, war es mir nicht möglich festzustellen, was ich mir ansehen will. Ich fühlte mich in eine Disco versetzt. 2. Oft sieht man Naturvölker, wie sie tanzend und schreiend sich um das Lagerfeuer versammeln. Ein mitleidiges Lächeln ist meist kaum zu unterdrücken. Können Sie mir zustimmen, dass wir das natürlich nicht mehr selbst tun müssen? Das lassen wir uns nach Wahl in einer Disco, dem Fernsehen oder im Radio elektronisch vorführen. Sehr weit haben wir es kulturell nicht gebracht. 3. Glauben Sie, dass es notwendig ist, fast ausnahmslos jeden gesprochenen Text mit irgend einem Geräusch oder gar Musik zu „verzieren“? Ich meine, wer es für nötig oder angenehm erachtet, der hat genug Möglichkeiten sich berieseln zu lassen. Wer aber im Fernsehen oder auch im Radio sich informieren oder gar etwas lernen möchte, findet diese akustische Belastung und Störung meistens überflüssig und lästig. Sehr geehrte Frau Deltenre, ich warte gespannt auf Ihre Beantwortung dieser Fragen. Sollten Sie nicht der richtige Person für diese Fragen sein, bitte ich Sie höflich, mir die richtige Adresse zu nennen oder das Schreiben weiterzuleiten. Mit freundlichen Grüssen Unerträgliche Lautstärke der Hintergrundmusik_zum 2. Sehr geehrte Frau Deltenre. Mit meinem Brief vom 27. Juli 2005 habe ich Sie um die Beantwortung von 3 Fragen gebeten. Dieser Brief wurde, in Ihrem Namen, von Nicole Schürmann beantwortet. Sie schätzte mich offensichtlich für so naiv ein, dass sie annahm, ihr Brief befriedige mich. Leider kann ich aber dieses Schreiben nicht als Beantwortung taxieren, denn meine Fragen wurden nicht beantwortet. Sie betrafen auch nicht den Produktionsbereich. Dieses Schreiben von Frau Schürmann löst aber weitere Fragen aus: • Kann es sein, dass die Direktion SF DRS tatsächlich weiss, dass viele Zuschauer vor lauter Hintergrundmusik das gesprochene Wort nicht mehr verstehen (Zitat aus dem Antwortschreiben vom 3.8.2005) und nichts dagegen unternimmt? • Wenn dies zutreffen würde, müsste man annehmen, dass SF DRS wissentlich den zahlenden Hörer unannehmbare Sendungen zumutet. Wäre das nicht eine Verletzung der Konzession? • Denken Sie, dass den Fernsehkonsumenten zugemutet werden kann, dass jedes mal, je nach Sendung, im Einstellungsmenü die «Höhen» und «Tiefen» entsprechend neu eingestellt werden müssen (Lösungsvorschlag im Antwortschreiben)? • Kann es sein, dass SF DRS Produktionen einkauft und sich um die Qualität der Sendungen nicht kümmert, weil die Einkaufenden annehmen, sie könnten keine Bedingungen an die Qualität des bestellten Produktes stellen ? Das ist schlicht nicht vorstellbar. Lassen Sie mich ein Beispiel zur Erläuterung anbringen. Einkäufer der Grossverteiler müssen sich doch auch darum kümmern, dass die Kartoffeln, die sie einkaufen geniessbar geliefert werden. Sehr geehrte Frau Deltenre. Bitte betrachten sie meine Fragen als ernsthaft empfundene Missstände. Denken Sie daran, dass ich nicht alleine bin, der so empfindet. Gespannt warte ich auf eine wirkliche Beantwortung der Fragen. Mit freundlichen Grüssen