Lichthupe
In einem alten Blog-Eintrag habe ich mal geschrieben, dass Auswärtsfahren sehr lustig sind. Auf diesen barbarischen Touren in die Eishockey-Wildnis rückt man zusammen, übersteht den Kampf gegen das Böse gemeinsam - und sieht fast nichts von der zu besuchenden Stadt. Ich glaub, ich kenn fast alle Eishockeystadien Deutschlands, doch fragt mich bitte nicht nach der Hannoveraner oder Augsburger Innenstadt.Die letzte nennenswerte Auswärtstour führte nach Mannheim. Frieder, G. und S. waren dabei, und bereits auf der Hinfahrt erwiesen sich Frieder und G. als absolute Weltmeister des "Freakism", im sich gegenseitig überbieten wer der Beklopptere von beiden ist. Die HInfahrt endete in einem Punktsieg für G., auch wenn beide natürlich den Erfolg für sich beanspruchten. Auf der Rückfahrt haben wir uns - natürlich - verfahren. Die Autobahn-Ausfahrt verpasst. Also landeten wir irgendwo im Mannheim in der Pampa. An der Ampel - wir standen auf der linken Spur - schaffte es Frieder einen netten Autofahrer zu überzeugen, uns zur Autobahn zu lotsen. Also wollten wir hinter ihm einscheren. Brav blinker rechts gesetzt, anfahren. Doch dann geschieht das auf deutschen Straßen unvermeidliche: Ein Stern-Wagen-Fahrer verkraftet den Anblick eines DEG-BMWs nicht, der sich zwischen ihn und den Vordermann quetschen will, gibt Gas und macht die Lücke zu. "Lichthupe, hupen" schreit G., gefolgt von Verwünschungen der anderen Mitfahrer. Wir reihen uns hinter den teutonischen Freund ein. Fahrer Frieder bleibt erschreckend ruhig. Er setzt den Blinker links. Und drückt aufs Gas. Er drückt es durch. Binnen zwei Sekunden ist nicht nur der silbergraue Mercedes überholt, nein, der BMW passte genau in den Parklückengroßen Zwischenraum zwischen teutonischem Autofahrer und unserem netten Wegweiser. In die Lichthupenorgie des neuen Hintermannes hinein sagte Frieder, immer noch seelenruhig, mit erhobenem Zeigefinger folgenden, denkwürdigen Satz: "Ich sag nur: Drehmoment." Todesstille im Auto. Und dann brandete der Jubel auf, der, durch das immer noch andauernde Lichthupenkonzert unseres Hintermannes fast etwas lyrisches hatte.Drogen bei Subway?In seinem Kampf gegen die Verlotterung des Pausenbrots kann Sven immer neue Argumente aufführen. Letztens wurden ihm in einer Subway-Filiale sogar Drogen angeboten. Sven versuchte in seiner ihm gewohnt liebenswürdigen Art, ein Brot zu bestellen (und wer Sven kennt, oder diesen Blog schon länger liest weiß, dass das nicht einfach ist), wo bei sich folgender Dialog entwickelte:Subway-Schnecke: "Wollen sie Wheat?"Sven: "Danke, heute nicht, aber ein bisschen Pot aufs Brot kann nicht schaden."Ungeheuerlich. Unbescholtenen Bürgern werden Drogen angeboten. Sven, kämpf weiter! Ich steh zu Dir!