Modellprojekt „Gesundheits- und Pflegeassistenz“
Modellprojekt „Gesundheits- und Pflegeassistenz“ Ein Berufsbild mit Zukunft Das bundeseinheitliche Altenpflegegesetz, welches 2003 in Kraft trat, wirkte sich indirekt auf die Helferausbildungen in der Pflege aus. Hauptschulabsolventen ist es seitdem untersagt, eine Ausbildung zur examinierten Pflegekraft zu beginnen, deswegen sind die Pflegehelferberufe unabdingbar. Die Behörde für Bildung und Sport in Hamburg hat 2005 das Modellprojekt „Gesundheits- und Pflegeassistenz“ ins Leben gerufen, welche als Basis für die Entwicklung eines neuen Ausbildungsgesetztes dient. Das Projekt, welches gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird, soll die Grundlagen für eine attraktive und den aktuellen Anforderungen entsprechende Ausbildung schaffen, welche im Frühjahr 2007 mit der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung verankert wird. 13 Altenpflegeheime, 8 Krankenhäuser und 25 ambulante Pflegedienste sind am Modellprojekt beteiligt. Die Hamburgische Pflegegesellschaft (HPG), die eine Arbeitsgemeinschaft von Trägerverbänden in der Pflege ist, ist Projektträger. Weitere Projektbeteiligte sind die Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH, die Bürgerinitiative ausländische Arbeitnehmer, die Jugendbildung Hamburg GmbH, die Staatliche Schule Gesundheitspflege, sowie die Hamburgische Krankenhausgesellschaft. Die Entwicklung eines generalisierten Helferberufs, der Kernelemente aus den Bereichen der Alten- und Krankenpflegehilfe, sowie der Haus- und Familienpflege in einem vereinigt, steht im Mittelpunkt. So können die Assistenten aus allen Bereichen Aufgaben wahrnehmen. Es ist ein Ausbildungsprofil mit vielseitigem beruflichem Einsatz. Zielgruppe sind in erster Linie Hauptschulabsolventen. Der Berufsabschluss, mit evtl. angerechneter Ausbildungszeit, berechtigt zum Durchstieg in die große Ausbildung der Pflege. Es wird nur um gerontologische Schwerpunkte um medizinisch-pflegerische, sowie hauswirtschaftliche Anteile erweitert, ansonsten basiert das Konzept auf den bisherigen Ausbildungsgängen. Merkmale des Ausbildungskonzeptes sind Fachübergreifender Unterricht nach dem Lernfeldeinsatz Stärkung der Theorie-Praxis-Vernetzung Einsatz von Lehr- u. Lernformen ausgerichtet an der Vermittlung von beruflicher Handlungskompetenz. Der hohe Anteil an Facheinsätzen sichert eine praxisbezogene Ausbildung. Die Projektteilnehmer arbeiten eng zusammen, damit eine optimale Rahmenbedingung geschaffen werden kann. Sie werden während der Praxiseinsätze von den Lehrenden der Bildungsträger in Form von Praktikumsbesuchen, Anleitungen und Lernzielkontrollen begleitet. Regelmäßige einsatzfeldbezogene Praxistreffen finden statt. Dort werden Vertreter der praktischen Lernorte über das Konzept info. Sowie Aufgaben und Ziele der Praxiseinsätze gemeinsam geklärt. Für die Qualitätssicherung und die strategische Steuerung des Projektes sind alle relevanten Akteure einer Lenkungsgruppe verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit mit Experten der am Modellprojekt beteiligten Behörden findet ebenso statt. Quelle: Altenheim 6/2006 Fachzeitschrift