Montag, 11. April 2005
Heute war ich beim Psycharter. Er hat mich tausend Fragen gefragt, die ich kaum selber beantworten konnte. Außerdem wusste er besser über mich bescheit als ich selber, obwohl er mich noch nie gesehen hat. "Haben Sie mit sich selber Probleme?", und ob ich das habe, wie zB dass ich im English-Unterricht aus Langeweile entweder an meinen Fingernägeln kaue oder Cartoons male, in denen verschiedene Lehrer die verdusselte Hauptrolle haben, oder aber auch dass ich bei Stress-Situationen immer eine rauche. Und was ist das Problem daran? Das Problem daran ist, dass ich genau weiß dass diese drei Angewohnheiten mir schaden. Naja, die Fingernägel kann man schneiden, aber werde ich beim Zeichnen erwischt, bedeutet das je nach Laune der English-Lehrerin eine Strafarbeit, bis hin zum Nachsitzen oder Eintrag mit Elternbenachrichtigung. Apropos Eltern: vor allem diese haben was gegen das Rauchen. Dabei bin ich fast schon 16 und darf somit gesetzlich rauchen. Ach was solls: sie können mir noch so viel einreden, ich hör ja doch (noch) nicht damit auf. Und deshalb hat der Psychater gemeint, ich hätte zu viele Selbstzweifel und einen schwachen Willen. Zur Abhilfe soll ich Tagebuch schreiben. Tolle Medizin: Reden mit einem Buch, welches bisher bis auf diese Seite vollkomnmen leer ist. Als ob ich keine Freunde hätte, aber wenn ich mit freunden über mich unterhalte, würde ich mich anscheinend nicht so sehr mit mir auseinandersetzen, wie wenn ich Tagebuch schreiben würde. Und meine Mutter musste mir ja gleich eins kaufen. Dazu noch eines mit Rosa-Umschlag, das ist total hässlich und lächerlich. Naja was solls, warscheinlich schreibe ich eh nie wieder etwas rein. Mal sehn.