Nachts im Dorf

00:20 23.09.2007 Geschrieben um halb Eins morgens. Das mag dem einen oder anderen nicht sonderlich spät erscheinen, zieht man aber die kurze vorherige Nacht hinzu und addiert das Ganze zu der restlichen Woche in der man ebenfalls früh aufsteht summiert sich das Ganze und hat heute Abend seinen Höhepunkt. Grade bei "1408" wäre ich fast eingeschlafen. Zwischendurch spannend, keine Frage. Aber ich denke man sollte Steven King´s Bücher nicht verfilmen. Von Shining mal abgesehn. Warum ich jetzt hier sitze? Achja, morgen wollte ich spontan mit meinem Cousin und dem restlichen teil seiner Familie zur IAA nach Frankfurt. Bei denen ist durch eine Absage ein Platz freigeworden und da hab ich mir spontan gedacht....nun ja da war ich auch noch nicht. Dabei wirds dann auch bleiben denk ich. Ich leg denen mal eben nen Zettel vor die Tür. So. Hoffe man liest das ganze bevor man wild an meine Tür hämmert. Nun aber zu meiner weltbewegenden Geschichte: ich war auf der Heimfahrt aus dem Nachbardorf und wunderte mich über das tatsächliche Leben auf den Straßen (normalerweise klappt man ab 17 Uhr die Bürgersteige hoch, insbesondere am Wochenende). Auf die Straße wo ich zu parken pflege abbiegend wich ich einem kleinen Bündel aus, das auf dem Asphalt hockte. Glücklicherweise war ich nicht schnell und bin vorschriftsmäßig rechts gefahren, sonst hätte ich ihn wohl voll erwischt. Igel zu überfahren ist eine Schande. Sie sitzen völlig verängstigt auf der warmen Straße, ihre Stupsnase lugt unter den ganzen Stacheln hervor und bewegen sich nicht. Ich kam also um ihn herum. Fakt war aber: Da konnte er nicht sitzen bleiben. Was folgte war fast eine Slapstickeinlage meinerseits. Nachdem ich meinen Wagen geparkt hatte, rannte (!) ich zu ihm zurück, weil ich Angst hatte ihn könnte in der Zwischenzeit ein Auto erwischen. (eigentlich idiotisch um diese Uhrzeit in dieser Gegend in dieser Nacht.) Er hockte auf der aus meiner Fahrtrichtung gesehenen linken Seite und bewegte sich nicht. Mit der LED-leuchte an meinem Schlüsselbund vergewisserte ich mich, dass er nicht verletzt war. Da kein blut zu sehen war, versuchte ich ihn mit dem Fuß zum weitergehen zu bewegen. Leider weigerte er sich. Da ich immernoch mit dem einen oder anderen Auto rechnete, griff ich beherzt zu. (ein Igel, jaja) :roll: Er saß also immernoch auf der Straße, erwies sich trotz Stacheln als äußerst ungriffig und mir fiel zum Glück ein, dass ich noch ein altes Bettlaken im Kofferraum hatte. Also zurück zum Wagen, Bettlaken geholt, zurückgerannt. Rückblickend erstaunlich das mich niemand gesehen hat. Als ich mit dem Laken auftauchte, setzte er sich von allein gemächlich in Bewegung, trottete Richtung Bordsteinkante, ließ sich von mir hinaufhelfen und verschwand ohne sich nochmal umzusehen in der nächsten Hecke. Kommt mir immernoch vor wie ein Drogentraum. Die dunkle Straße, die vereinzelten hellen Spots durch Laternenlicht, meine selbstverständliche und unbeholfene Art den Weg zurückzulaufen und das stachelige Tierchen an einen sicheren Ort zu scheuchen. -Der Schreiber stand beim Schreiben unter Alkoholeinfluß. Auf das Erlebnis mit wilden gefährlichen Tieren hat er sich zwei Bier gegönnt ;)