40 Jahre Spielraum am Schleemer Bach

Erst wars das Spielplatzheim, dann das Spielplatzhaus, das Spielhaus und seit einiger Zeit ist es die Spiel-Werk-Stadt, die am Schleemer Weg in Hamburg-Billstedt offene Türen und immer auch ein offenes Ohr für die Kinder des Stadtteils und ihre Wünsche und Sorgen hat. 1967 vom Deutsch-Amerikanischen FrauenClub errichtet, leistete die Einrichtung lange Jahre "klassische" Spielhausarbeit in Trägerschaft der Stadt und später des Bezirks Hamburg-Mitte. Vormittags kamen kleinere, nachmittags größere Kinder, es wurde draußen auf dem Spielplatz geschaukelt und getobt, Fußball und Tischtennis gespielt, drinnen gebastelt, gelesen, musiziert, Gesellschaftsspiele gespielt... Mit den Eltern wurde geklönt und zwischen Tür und Angel oder auch mal im intensiveren Gespräch der eine oder andere Tipp weitergegeben und das eine oder andere Problem gelöst. Dann kam die Zeit, als Spielhausarbeit ein wenig schräg angesehen wurde: Was? Alles unter einem Dach? Alles kostenfrei? Kann ja nicht gut sein! Der Rechnungshof monierte schon in den 80er Jahren den überzogenen Einsatz von Fachpersonal und finanziellen Mitteln und erblickte hier wie auch später in den 90ern erhebliches Einsparpotential. Die Idee, dass staatliche Aufgaben auf privatwirtschaftlicher Basis viel effizienter zu erbringen wären, machte auch vor den Spielhäusern nicht halt, und so wurde auch das Spielhaus Schleemer Bach entkommunalisiert und in die Hände eines Freien Trägers der Jugendhilfe - der Aktionsgruppe Kinder- und Jugendhilfe Kaltenbergen e.V., Trägerin der Bauspielplätze Mümmelmannsberg und Die Kuhle - übergeben. Dabei blieb (zunächst) die Arbeit mit der Zielgruppe der 3-6jährigen Kinder (und deren Eltern) auf der Strecke (die haben doch alle Anspruch auf einen Kindergartenplatz) - und zugleich die langjährige Unterstützung durch die Begründerinnen des Spielhauses, die Damen des DAFC Hamburg e.V.. Aber - und wer hätte das gedacht? - unter der neuen Trägerschaft erlebte das Spielhaus eine ungeahnte Renaissance. Der Name "Spielhaus" musste zwar dran glauben, - die Einrichtung wurde kurzerhand begrifflich mit dem neuen Namen "Spiel(-Werk-)Stadt" etwas größer angelegt - aber genau das zahlte sich offenbar aus. Sogar die CDU-Fraktion im Bezirk Mitte (die kurz zuvor noch die Anschaffung je eines Laptops für Büroarbeiten in zwei Spielhäusern für eine übertriebene Ausgabe gehalten hatte) befürwortete fortan den Neubau des maroden Gebäudes, wie eine damalige Pressemitteilung (hier als PDF) belegt. Und nun, nach dessen Fertigstellung und der Einführung des Senats- und CDU-Bürgerschaftsfraktionsinitiative Lebenswerte Stadt Hamburg, wird auch Schritt für Schritt auch wieder eine Vormittagsöffnung für Kinder und Eltern etabliert. Die Zusammenarbeit mit der Mütterberatungsstelle läuft schon seit Längerem erfolgreich. Sieht also ganz so aus, als ob es hier allen Grund zum feiern gibt! Los geht's damit am Sonnabend, dem 10. November um 12 Uhr.