Portugal - Porto 1. Tag
Viel zu früh aufgestanden und kein richtiger Abschied von meiner Süßen. Wir hatten zwar gestern noch einen schönen entspannten Abend, aber weil ich so früh raus musste haben wir uns schon vor dem Schlafen von einander verabschiedet. Den Flug hatte ich gestern schon im Internet eingecheckt. Gebracht hat uns das nur wenig, weil wir ja Gepäck dabei hatten und selbst ohne auch noch mal an den Schalter gemußt hätten. Am Check-in-Schalter waren noch 2 richtig seltsame Gestalten. Der erste war ein deutscher Beamter, der weil er "im Auftrag der Bundesregierung" unterwegs war, meinte er auf einen Pass verzichten zu können... und das auch noch lautstark. Der zweite Kandidat war wohl ein Geschäftsmann, der nach Salzburg wollte. Dummerweise erschien er erst 20 Minuten vor dem Abflug. Das Schalterpersonal hatte ihm noch ermöglicht, dass er noch durchkam, aber an der Sicherheitskontrolle war dann Schluß für ihn. Zunächst wurde er dort zurück gewiesen, weil er irgendetwas dabei hatte, was wohl nicht mit in den Passagierraum darf. Er regte sich auf, dass er so seinen Flieger verpassen würde und wurde wohl auch ein wenig unflätig zum Zollbeamten. Dieser sagte dann sehr lautstark "Wer hier ein Arschloch ist... lassen wir mal schön sein". Er scheint dann noch das volle Sicherheitspaket abbekommen zu haben, weil er jetzt wirklich alles auspacken mußte und auch die Schuhe noch ausziehen mußte... umringt von 3 Kontrolleuren und 2 Polizisten :D Der Flug kam mir unendlich lange vor. Irgendwie fehlte es an Ablenkung und um 7 Uhr morgens hatte ich auch keine Lust auf ausschweifende Unterhaltungen. Angekommen in Porto wartete mal kein Bus und kein Gate auf uns, sondern so eine Art Schullotse, der unsere Gruppe in Richtung Terminal führte. Im Vorbeigehen konnten wir den beinahe "zärtlichen" Umgang mit unserem Gepäck mit ansehen, waren aber so immerhin sehr schnell sicher, dass unsere Taschen es auch nach Portugal geschafft hatten. Interessant war dann noch, dass unsere Taschen unmittelbar nacheinander auf dem Wagen landete, aber mein Rucksack erst ne Viertelstunde nach Jochens´ in meine Arme sprang. Voller Übersichtlichkeit begrüßte uns der Flughafen von Porto. Innerhalb weniger Minuten hatten wir die Metro entdeckt und saßen im Zug Richtung City. Unterstützt wurden wir dabei von einem sehr freundlichen Metroangestellten, der extra für die Touris dort abgestellt wurde und die ganze Automatendrückerei für uns übernahm. Erster Eindruck : Top! Nach der Auswahl einer uns zentral erscheinenden Haltestelle fuhren wir in einer sauberen und bestens klimatisierten Luxus-U-Bahn durch die Vororte von Porto und waren eine Stunde nach unserer Landung mitten drin. Nach einem kurzen Abstecher im Tourist-Office suchten wir uns eine Bleibe aus. Unsere Wahl fiehl auf das Hotel Peninsular, das sowohl von der Lage her als auch mit dem Preis zu überzeugen wusste. Beim Eintreten wurden wir sehr freundlich begrüßt und die Besichtigungstour der verschiedenen Zimmer geriet fast zum Sightseeing, weil das Hotel einen sehr alten Schick hatte mit dicken Teppichen und so. Der im Lonely Planet genannte Preis von 30 Euro für das Doppelzimmer wurde (natürlich) übertroffen, aber für 25 Euro pro Nase inkl. Frühstück wollte und konnte keiner von uns meckern. Unser erster Gang ohne die schweren Rucksäcke führte intuitiv an die wunderschöne Uferpromenade des Duoro. Um 11.30 Uhr gab es das erste Bier und eine MMS für die Daheimgebliebenen zum Ärgern ;D Während wir da saßen wurden viele Zapfanlagen an uns vorbeigefahren und wir hatten kurz die Hoffnung, dass ein großes Fest anstehen würde, aber schnell wurde uns klar, dass das Fest schon vorbei war. An den vorherigen Tagen hatte ein "Red Bull Air Race" hier stattgefunden. Bereits beim Marsch zum Hotel war für mich klar, dass ich Shoppingbedarf haben würde. Ich hatte nur meine dicken Wanderstiefel dabei und fühlte mich ziemlich bekloppt damit im normalen Stadtverkehr. Ich sah ein wenig aus, wie ein dessertierter Soldat auf Landgang. Das waren aber nur eitle Gedanken. Jochen war schlimmer dran, weil es ihm an einer Sonnenbrille mangelte, die bei dem fantastischen Wetter dringend erforderlich war. Unsere Suche nach einer Sonnenbrille war glücklicherweise schnell erledigt. Ich fand noch ein billiges Heftchen für dieses Tagebuch hier, weil ich nicht damit rechnen konnte jeden Tag in ein Internet-Café zu kommen. Auf dem Rückweg von Jochens Optiker seiner Wahl durchquerten wir eine Markthalle. Eine dieser wunderbaren Einrichtungen, die es in Deutschland quasi nichtgibt. Feste Buden, alles voller Leben und Essen...nun ja, nicht als wir da waren, aber die Schönheit war zu erkennen und eine Phantasie von dem sonst regen treiben war leicht herzustellen. Das so langsam der Hunger an uns nagte wollten wir mit den Einheimischen in einem kleinen Restaurant auf dem Markt essen. Machen wir´s kurz: Das Essen war eklig, aber billig. 4 Euro für ein "Entrecot" (Bauchspeck) mit Kartoffelnund Salat mit Cola... Bäh...XX( Nach einer (zu) kurzen Siesta ging es ans Abendprogramm. Wieder gingen wir intuitiv durch die Welt und landeten an einem großen begrünten Platz. Während wir dort bei Café und Cola saßen bimmelte es altertümlich und eine uralte Strassenbahn fuhr bei uns vorbei. Uns beiden war klar, dass eine Fahrt mit so einem Altertümchen definitiv Pflicht wäre und so machtenb wir uns auf die Suche nach einer Haltestelle. Wir fanden eine mit einem Schild das besagte, dass es 2 Fahrtrichtungen geben würde. Auf Drängen von Jochen quatschte ich eine Oma neben mir an und fragte sie wo denn diese Endhaltestellen wäre. Die Oma legte lo und natürlich verstand ich kein Wort. Ich nickte höflich und zeigte auf die Karte, aber das interessierte sie nicht wirklich. Wir stiegen dann einfach in die nächstbeste Bahn und ließen uns überraschen. Das war eine gute "Entscheidung". Die Bahn rappelte durch die Strassen in Richtung Rio Duoro. Ein bisschen fühlte sich das - vor allem in den Kurven - so an wie in der "Wilden Maus". Die Bahn endete am Fluß und nach einem Blick auf die Karte entschieden wir uns in Richtung Atlantik zu ziehen. Der Maßstab-Angabe auf unserer Stadkarte vertrauend waren es nur ca. 1200 Meter. Pustekuchen! Es kamen immer neue Ecken und von weitem Meer war nichts zu sehen. So entschieden wir uns dann für einen Bus Richtung Altstadt. Man muß Porto einfach loben. Alles ist übersichtlich und man findet sich überraschend gut zurecht. Die Suche nach einer Futterstelle in der Altstadt mit hübschem Ausblick wurde unterbrochen vom ersten Guten-Abend-Bier... Das lag natürlich ausschließlich daran, dass es noch zu früh zum Essen war und nicht, weil wir gerne Bier trinken :>> Mit einigem Neid beobachteten wir einen kleinen Jungen, der - quasi vor der Haustür - im Rio Duoro schwimmen ging. Es war den ganzen Tag über heiß gewesen und ein kühles Bad wäre eine echte Wohltat gewesen. Aber meinen wabbeligen Körper den Touristen und Einheimischen zu präsentieren wollte ich dann doch nicht. Das Essen war ganz in Ordnung und inklusive der Getränke zahlten wir zusammen 28,50 Euro. Was die Ausgaben für Essen und Getränke anging waren wir also optimistisch. Mit vollen Mägen gingen wir über die Ponte Louis I. (von Gustav Eiffel erbaut) auf die "Schäl Sick" von Porto. Auf dieser Seite befinden sich Unmengen von Portwein-Lokalen... Leider hatten diese alle geschlossen und wir zogen durch die "normalen" Läden auf der architektonisch durchgeplanten Uferpromenade. Es gab dort 4 identische Bauwerke mit diversen Bars und Restaurants. Gegen halb 11 war unser Tag lang genug und wir machten uns auf ins Hotel. Da Porto sehr sehr hügelig ist, war der Weg dorthin sehr steil und brachte den Puls unserer promilleverseuchten Blutbahnen noch mal richtig in Fahrt.