So lange her?

Neulich fiel in einer Unterhaltung das Wort "Beslan". Und ich dachte: Was war das denn gleich? Ach, Russland, Tschetschenien, diese Schule und das Geiseldrama, schon eine ganze Weile her. Dann aber die Erkenntnis: das war im September 2004 und liegt gerade mal ein paar Monate zurück. Trotzdem war in meiner Erinnerung schon alles grau und Beslan verschwamm gedanklich zu einem undeutlichen Brei mit Massakern in US-Schulen, der Explosion der NASA-Rakete und der Geiselnahme in einem Moskauer Theater. Wie viel Wirbel diese Nachrichten doch machten. Und wie schnell man sie wieder vergisst. Was ist denn eigentlich mit den Tsunami-Überlebenden? Interessiert sich noch jemand für die? Und was ist aus den ach so großen Worten geworden, den Versprechungen und Ankündigungen? Vielleicht ist das ja ganz gut, das man nach hinten schiebt, was allzu schlimm ist und all zu wenig mit einem selbst zu tun hat. Man kan schließlich nicht allen schrecklichen NAchrichten dieser Welt mitfühlende Anteilnahme entgegen bringen. Sonst säße man nur noch da und würde jammern, und nichts Gutes könnte mehr geschehen. Aber die Schnell-Lebigkeit der schlechten Nachrichten kann einen trotzdem erschrecken...