SO NICHT!!! (Untertitel: Frustration macht sich breit)

500 Euro. 500 Euro im Semester. Zusätzlich zu den 123,50 Euro, die bisher schon Standard sind. Macht: 623,50 Euro. Im Semester. Sind also: 1247 Euro im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Studenten-Stundenlohn von 6,50 Euro sind das: 192 Stunden Arbeit im Jahr. Wären vier Stunden Arbeit pro Woche. Klingt nach wenig, oder? Ja, tut es. Wenn man sich nicht zusätzlich dazu mit 16 Wochenstunden den Lebensunterhalt verdienen muss. Also 20 Stunden arbeiten pro Woche, um mit Elterns Hilfe und eigenem verdienten Geld sich das 12qm Wohnheimszimmer und Aldi-Spaghetti leisten zu können. Und um 500 Euro an den Staat zu zahlen. Dafür, dass ich in einem Seminarraum ohne Klimaanlage und ohne Verdunklung bei 30 Grad mit 80 Studenten auf dem Boden sitze? Dafür, dass in der Bibliothek, in der man Bücher nicht ausleihen kann, 50 Leute innerhalb einer Woche ein Buch gelesen haben sollen, dass einmal existiert? Dafür, dass es in der Bibliothek einen Kopierer gibt, an dem durchschnittlich 20 Leute anstehen? Dafür, dass ich eben erfahren durfte, dass von unseren noch vier bestehenden Dozenten zwei gehen müssen? Dafür, dass pro Semester 200 Leute bei diesen verbliebenen Dozenten Prüfung machen müssen? Dafür, dass ich morgens um fünf an der Uni anstehen muss, um mich mit 150 Studenten um die 40 Seminarplätze in Erdkunde schlagen zu müssen? Dafür, dass Seminare von Leuten, die gerade mit dem Studuim fertig sind, Seminare abgehalten werden? Dafür, dass ich dann darüber 25 staatliche Prüfungen ablegen darf? Dafür, dass für 200 Leute gerade mal 44 Praktikumsplätze pro Semester zur Verfügung stehen? Dafür, dass an unserer Fakultät Kaffee- und Süßigkeitenautomaten abgebaut wurden? Dafür zahle ich doch gerne... Und studiere gerne unter diesen Umständen länger, da ich eh keine Zeit habe, mich mit 80 Leuten in einen Seminarraum zu quetschen, weil ich ja arbeiten gehen muss... Und nein, liebe Politiker, ich habe keinen Nachhilfejob, bei dem ich einen Stundenlohn von 50 Euro habe... Und nein, liebe Politiker, ihr glaubt ja wohl selbst nicht, dass sich an oben beschriebener Situation IRGENDETWAS ändert?!