Teufel Akohol - oder auch...irres Zeug!
ich wunder mich immer wieder was das Zeug mit einem machen kann. Schwerer Alloholl - harter Stoff, aber karamellich im Abgang! Da werden aus ganz pragmatischen, kaum aus der Ruhe zu bringenden Menschen, binnen kurzer Zeit bösartig aggresive Typen, mit denen nicht gut Kirschenessen ist. Oder ich selbst. Ich trinke kaum, schon gar nicht täglich, und ganz und gar nicht regelmässig. Aber manchmal "passierts" - Ein ganzer Haufen Alkoholsorten gehen aber gar nicht. Bier z.B. - Igitt - schmeckt wie dass, zu dem es wird - nein Danke. Oder Rum - ob mit Cola oder ohne - muss ich nur riechen und schon wird mir schlecht. Auch Weinbrand, Whiskey oder Whisky - braunes Zeug geht nicht. Eine Freundin von mir hat morgens vorm Frühstück Cola Rum Mixturen eingenommen. War nur ne Phase, sie hat dann damit aufgehört, aber nein danke, das hat mich geprägt..wahrscheinlich. Aber gut, ich gebe zu, manche Sorten sind durchaus trinkbar. So bin ich eine von denen, die meinen, "echter" Champagner ist "anders" als "unechter". Sorgt immer wieder für Diskussionen, ist aber bei mir so. Schampus geht also. Auch gut sind Obstler, Enzian, Grappa & Co. Bei diesen Getränken beweise ich sogar echte Standfestigkeit. Locker haue ich 3 Williams weg bevor die Welt verschwimmt. Aber - schwupps - werden es dann 4, 5,6 und dann verschwimmt nicht nur die Welt - ich bin komplett verändert. Kontrollverlust nennt man das wohl. Ich persönlich werde da gern hemmungslos. Tjaahaaa - das mag sich interessant anhören, aber meine Kleider reiss ich mir dabei nicht vom Leib. Eher sage ich endlich mal Meinung über Hans und Franz, und denen auch gerne mitten ins gesicht, was nicht immer zur Erheiterung dient. Ich fange auch gern an zu singen, aber singen tu ich ohnehin, das ist wohl OK. Es kommt dann aber ein Moment, den Point of no Return. Alles ist prima, spassig und ekstatisch blitzt und funkelt es um einem herum. Und dann denkt man sich: "das ist prima, das geht besser! Her mit dem Nächsten". Und irgendeiner ist dann einer zuviel. Mir gehts dann immer SEHR schlecht. Mein Magen fühlt sich an als ob er sch komplett nach aussen stülpt, Kreislauf ist unten, gehen fällt ziemlich schwer.Das ist der Moment des ultimativen Absprungs. Keinen Tropfen mehr oder ich sterbe! Insgesamt - harter Stoff. Denn am nächsten Tag gehts auch nicht besser, Kopfschmerzmittel gehen natürlich nicht wegen heftigen Magenproblemen. Dank diesen Umstandes, konnte ich mich für´s trinken nie wirklich erwärmen. Die Folgen sind mir einfach zu heftig, selbst nach kurzem Gebrauch benötige ich lange Rekonvaleszens. Und die Langzeitschäden sehe ich ja bei Freunden und Bekannten. Oder bei einem Nachbarn. Vor 1 1/2 Jahren fiel er mir auf. Er lief immer an meinem Fenster vorbei, regelmässig, einmal am Tag am Nachmittag. Er sieht aus wie der Durchschnittsendvierziger. Dunkler Mantel, Brille, schütteres Haar. Mit seiner Pennytüte lief er zum Pennymarkt an der Ecke. Nach ein paar Minuten kam er dann mit seiner Pennytüte wieder an meinem Fenster vorbei. Das machte er jeden Tag, wochenlang. Dann kam er auch schon mal morgens vorbei. Leegut hin - neue Bierchen zurück. Monatelang ging das so. Und während er so an meine Fenster vorbeischlich, konnte man seinem Verfall auf dramatische Weise beobachten. Der ganze Mann fiel vorneüber, sein Gang wackelig trippelnd, dabei die Schultern nach unten hängend, und insgesamt nach vorngebeugt, so läuft er millerweile. Der dunkle Mantel ist grau und fleckig, das Haar weht wirr um den Kopf. Nase und Gesicht leuchten wie der Red Nose Day und die Pennyintervalle sind nun stündlich. Sagenhaft, was so ein paar Bierchen aus einem Menschen machen können. Oder mein bester Freund A. - den kenn ich seit fast 20 Jahren. Er war immer etwas anders als die anderen, aber auf seine Weise sehr amüsant. Er war sensibel, und eher der Nette, hilfsbereite und auch eher romantisch-naturverbundene Typ.Er sah klasse aus, schlank, nette Muskeln, schwarze Locken - ansehnlich. Seine Bierchen hat er immer gerunken, worauf ich und andere ihn auch aufmerksam gemacht haben. Allerdings ohne rechten Erfolg. Heute wiegt er - keine Ahnung - 120 Kg locker auch mehr. Sieht aus wie ein aufgeschwemmtes Michelin Männchen, hat sich mit einer Schickimicki Dauertrinkerin zusammengetan, und bepöbelt jeden, den er sieht. Mich ruft er nur noch ganz selten an, und dann auch nur um mich nach kürzester Zeit aggresiv von der Seite anzumachen. Mein Freund hätte ihm sein Radkreuz geklaut und ähnlich wirres Zeug. Naja - er ist jedenfalls ein anderer Mensch geworden. Und der nette N. Ein ganz besonderer Mensch. Eindruckvoll im Erscheinungsbild. Dabei ausgesprochen zurückhaltend, nicht laut und lärmend und besten gebildet sowie wohlerzogen.Absolut zuzuverlässig, ich würde ihm mein Leben anvertrauen. Aber manchmal gibt es DRuckbetankung. Selten, häufiger als bei mir aber gänzlich unregelmässig. Doch wenn es DRuckbetankung gibt, ist dieser mann ein anderer Mensch. Wild pöbelnd werden harmlose Bürger verscheckt. Da wird sich gern mal vórs Auto gestellt und geschrien "fahr doch Du Arsch", Freunde sind plötzlich echte Arschlöcher, ich engeschlossen. Dabei wird er auch ganz hemmungslos, was dass sich selbst in Gefahr bringen angeht. Denn weder macht er vor dem Hells Angels Brecher halt, noch vor dem Polizeioberwachtmeister Haseschnuck, zum Beispiel. Und ob er sein eigenes Fahrad in den Bach wirft, oder dass eines anderen ist ihm völlig gleich. Das beste ist ihn schnellstmöglich ins Bett zu bringen. Sobald er liegt, schläft er ein und ist weg. Doch bis dahin ist es manchmal ein langer und harter Weg. Alles in allem - besonders klasse find ich Akohol nicht wirklich. Es macht einen wirr, abhängig und verändert die Persönlichkeit. Und trotzdem finde ich es manchmal ausgesprochen angenehm einen sitzen zu haben, und denke nicht an den Tag danach, Magenprobleme und Kopfschmerzen. Doch manchmal gehts nicht, selbst wenn ich möchte, und eigentlich spüre ich es schon vorher. An solchen Tagen brauche ich nur ein Schlückchen zu mir nehmen, und schon schmerzt jeder Muskel. Sehr merkwürdiges Phänomen, aber es bewahrt mich ja vor schlimmerem. Denn an trotzdem weitertrinken ist nicht zu denken. Ich würde sofort in den Zustand "Übekleit, Magenprobleme, Kreislauf" gelangen - ohne den Umweg über den Spassfaktor. Gehe nicht über los, ziehe nicht 4000 Mark ein. So liegt N im bett und schläft, A. sitzt wahrscheinlich mit seiner Alten zusammen und ist bei der 4 Flasche Roten. Penny hat schon zu, und irgendwositzt der Tanzmucker U. an seinem Keyboard, hat ne halbe Flasche Mariacron intus und fängt bei Roland Kaiser langsam an zu lallen. Sein "Amorrr, Amorrr" von Julio wird mehr ein "Ammmooo" und auch sonst gibts Probleme mit der Phrasierung. Wenn Spass macht ist es ja prima. Aber der Spass währt kurz, und die Unbill ist lang. Ist schon teuflisch das Zeug. Gibt auch auch andere gefährlich DRogen..........