The Rise of Calexus

Aus Den Trümmern Vergangener Größe "Lange Jahre haben wir uns voran gearbeitet. Wir haben Städte und Fabriken gebaut, Flotten erschaffen und unser Wissen vermehrt. Obwohl wir ehemals hinter unseren Nachbarn zurücklagen, bedrohten unsere mächtigen Schiffe selbst die Größten unter ihnen, und unseren großen Strategen und Admirälen verdanken wir zahlreiche Siege. Beständiges Wachstum und steigender Wohlstand war unserer Heimat beschieden, eine große Epoche in unserer ruhmreichen Geschichte. Bis zu jenem schwarzen Tag, da eine Anomalie im Zentralcomputersystem die Energieversorgung zusammenbrechen ließ. Alle Anzeigen fielen aus und Calexus ward dunkel. In jener Zeit des Chaos schlugen unsere Feinde feige zu. Gequält mussten wir mitansehen, wie fremde Schiffe die orbitalen Verteidigungsanlagen sprengten und unsere Welt plünderten. Unsere stolze Flotte, trotz des Verlustes der zentralen Kommunikations- und Zielerfassungssysteme zur Rettung des Planeten aufgestiegen, schlug die Angreifer heldenhaft zurück, aber der Feind kehrte wieder, stärker als zuvor. Unsere Schiffe wurden gnadenlos zerschmettert und Calexus sank in tiefe Dunkelheit. Sechs Tage lang mussten wir die Plünderungen des Feindes über uns ergehen lassen, schutzlos und voller Hass. Dann endlich konnte ein Teil der Reaktoren wieder in Betrieb gehen und Calexus war wieder kampfbereit. Unter großen Mühen bauten wir wieder eine Flotte auf und beseitigten die Spuren der Invasoren. Heute blicken wir auf einen zerstörten Planeten, eine Ruine einstiger Macht. Kummer erfüllt mein Herz, doch auch brennender Hass. Niemals werden wir ruhen, bevor nicht Rache geübt wurde an jenen, die uns in den Staub warfen. Ein Neubeginng wird vollbracht werden, aus den Trümmern unserer einstigen Größe wird ein neues Reich entstehen, dass in der ganzen Galaxie gefürchtet werden wird. Wir werden uns wieder erheben, stärker als zuvor, und die Sehnsucht nach Rache soll in uns brennen bis zu dem Tag, an dem unsere Feinde untergehen und kriechend um Gnade betteln. Auf, Volk von Calexus, meine Kinder, wir werden unsere Gegner treffen mit dem Hammer der Gerechtigkeit, bis sie zerschmettert werden auf dem Amboss des Krieges!" Imperator Eldroth, oberster Führer von Calexus Die Nachricht Nachdenklich blickte Imperator Eldroth auf die Monitore der Comzentrale. Seitdem sich der Planet Calexus zusammen mit seinen Verbündeten im Kriegszustand befand, war auf allen Kanälen Tag und Nacht die Hölle los. Gerade eben zog ein eingehender Bericht seine Aufmerksamkeit auf sich. Die Übertragung stammte aus einem System mehr als 40 Galaxien entfernt, und der junge Adjutant an der Seite des Herrschers schüttelte verwundert den Kopf. Doch in letzter Zeit waren verwunderliche Ereignisse zum Alltag geworden. Den Adjutanten überkam ein leichtes Schaudern als er an die letzten Wochen zurück dachte. Zuerst jener mysteriöse Ausfall der gesamten Kommunikationsanlagen, der den Planeten fast schutzlos seinen Feinden ausgeliefert hatte. Dann schließlich am zweiten Tag der massive Angriff einer feindlichen Flotte, der unter schweren Verlusten abgewehrt worden war. Mit einer Gänsehaut auf dem Rücken erinnerte er sich an die gruselige Stille in der Comzentrale, die ihm schwerer zu ertragen erschienen war als die gewohnten, gebrüllten Kommandos und die Funksprüche, die normalerweise die Verluste durchgaben. Ohnmächtig hatte der Verteidigungsstab an den Radarschirmen gestanden und ein Schiff nach dem Anderen verschwinden gesehen. Schmerzvoll hatte er von den Sichtfenstern aus die Jäger der glorreichen 7. Squadron im Feuer der schweren Kreuzer verglühen sehen müssen, bis die Angreifer schlussendlich vertrieben werden hatten können und die kümmerlichen Reste der einst stolzen Flotte auf Calexus gelandet waren. Doch es war noch nicht vorbei. Nur Stunden später hatte eine weitere Flotte den Orbit um Calexus erreicht und war zum Angriff übergegangen. Die dezimierten Verteidigungskräfte hatten dem nichts entgegenzusetzen. Der Feind hatte auf dem Planeten landen können und nahm sich an Rohstoffen mit, was er in die Hände bekommen konnte. Als die Flotte wenig später wieder abgezogen war, glich der einst blühende Planet einem Trümmerhaufen. Brennender Hass erfüllte den Adjudanten, als er an die brennenden Fabriksviertel und die zerschlagene Verteidigung zurückdachte. Ein heiliger Zorn, die feigen Angreifer für ihren Frevel zu bestrafen, begann in seinem Herzen zu lodern. Da spürte er eine Hand auf seiner Schulter. "Ich fühle deinen Schmerz, junger Krieger. Ich kann den Hass in deinen Augen brennen sehen, dieselbe Flamme, die auch mich erfüllt seit jenen Tagen des Todes und der Trauer." Erschrocken blickte er auf. Er blickte in zwei unergründliche Augen, in denen das Feuer des Hasses brannte und gleichzeitig ein Schimmer äonealter Weisheit funkelte. Eldroth, Herr über Calexus, hatte zu ihm gesprochen. Spontan richtete sich der junge Adjutant auf: "Mein Herrscher, nichts begehre ich mehr als Rache für das Unrecht, das uns angetan wurde. Weder Schmerz noch Tod will ich fürchten, um Calexus zu neuem Glanz zu verhelfen!" Der Angesprochene ließ die Andeutung eines Lächelns erkennen. "Nun, wenn dem so ist, habe ich eine Aufgabe für dich. Der eben eingegangene Bericht darf die planetaren Datenbanken nicht erreichen. Lösche jegliche Verweise auf ihn und bringe ihn zu Oberst Tschakowjski vom Geheimdienst. Beeile dich, es ist von äußerster Wichtigkeit!" Hastig stürzte der Junge davon, um sich in die Datenbank einzuloggen. Der Imperator wandte sich von der Konsole ab und betrachtete durch die Sichtscheiben der Comzentrale die Planetenoberfläche. Obwohl seit dem Überfall pausenlos am Wiederaufbau gearbeitet wurde, waren die Spuren der Zerstörungen noch deutlich zu sehen. Unbewusst ballte er die Fäuste, doch er erlaubte seinem Herzen nicht, erneut dem lodernden Hass nachzugeben, der seit jenem Angriff seine Gedanken überschattete. Jene Übertragung hatte seine Laune entscheidend gebessert und ließ die Stunde der Rache in greifbare Nähe rücken. "Bald." dachte er leise während eine weitere Squadron Jäger in den bewölkte Nachthimmel aufstieg. "Bald..." Der Adjutant Atemlos stürtzte Adjutant Stukov durch die Gänge des Regierunspalastes. Die ehrwürdigen Senatoren und Offiziere, an denen er vorbei stürmte, blickten ihm kopfschüttelnd nach, aber er konnte sich keine Verzögerung leisten. Die Holodisk, die er krampfhaft umklammerte, musste so schnell wie möglich Imperator Eldroth erreichen. Endlich erreichte er die Tür zum großen Thronsaal. Er wartete, bis sich sein Atem beruhigt hatte, richtete sich auf und betrat die Halle. Der Imperator saß auf seinem prächtigen Thron. Majestätisch sah er aus, der edle Körper eingehüllt in Hermelin und Purpur, umrahmt vom matten Schimmern des Goldenen Thrones, umringt von seinen Ratgebern und Ministern in langen Kapuzenmänteln die in seinem Glanz wie verlorene Kinder wirkten. Er schien gerade in ein Gespräch mit dem Kommandanten der Flotte verwickelt gewesen zu sein, doch als der junge Adjutant eingetreten war, hatte er den Kopf gehoben. Stukov begann seine Nervostität zu spüren, auf seiner Stirn bildeten sich feine Schweißperlen. Trotzdem sprach er mit fester Stimme. "Herr, bitte vergebt meine Störung, doch ich berichte Euch eine Sache größter Wichtigkeit. Unsere Sensoren melden den Angriff mehrerer Flotten. Wenn sie den Kurs wie bisher beibehalten erreichen sie uns in...." Mit einer Handbewegung bedeutete ihm der Imperator zu schweigen. Dann deutete er auf die Holodisk in Tarkas Hand. Zögernd trat der Adjutatnt vor und reichte seinem Herrn die Diskette, nicht ohne ein leichtes Zittern seiner Hände. Seelenruhig ließ Eldroth seinen Blick über die Zahlenkolonnen schweifen. Nach einer halben Ewigkeit legte er die Disk beiseite und wandte sich an den verunsicherten Stukov. "Wisse, junger Krieger, dass ich mit diesen Vergeltungsschläge gerechnet habe. Unsere Flotte war seit jenem Schichsalstag nicht untätig. Viele Planeten, die nicht fähig oder würdig sind, ein selbstständiges Dasein zu fristen, wurden in unser Protektoriat aufgenommen. Nur hat uns das auch die Feindschaft einiger Reiche eingebracht, die nun ihre Schiffe schicken um zu holen, was rechtmäßig unser ist. Doch es ist alles vorbereitet, dieser Bedrohung zu begegnen." Er wandte den Kopf nach rechts. "Admiral, Ihr wisst was zu tun ist." Der Angesprochene nickte, verbeugte sich und zog sich zurück. Erneut sprach der große Herrscher zu seinem verwunderten Adjutanten. "Keine Sorge, unsere Schiffe werden unsere Feinde bon unserem Reich weglocken, und ene, die uns trotzdem erreichen, werden nichts finden außer Sand und Wasser." Stukov fühlte große Erleichterung, aber auch ein wenig Ärger auf sich selbst. Wie hatte er nur annehmen können, dass sein weiser Herrscher unvorbereitet wäre? Wie hatte er nur vergessen können, dass der Imperator durch ein paar Flotten erschüttert sein konnte? Seine Gedanken wurden aber aprupt von der Stimme seines Herrn unterbrochen. "Was dich betrifft, junger Krieger, musst du noch viel lernen, doch dein Eifer ehrt dich. Ich habe nicht vergessen dass du es warst, den ich mit der Überbringung der Nachricht an Oberst Tschakowjski beauftragt habe. Ich werde dich während der Ereignisse, die da kommen, als perönlichen Adjutant an meiner Seite behalten, auf dass du siehst und lernst, denn du erscheinst mir bestimmt zu Großem." Stukov konnte sein Glück kaum fassen. Das Zeitalter des Aufstiegs Calexus' lag vor ihm, und er durfte während dieser großen Zeit seinem Herrscher näher sein als je zuvor. Genauso eilig wie er gekommen war verließ er den Thronsaal, nicht, ohne sich vorher tief verbeugt zu haben. Eldroth lächelte amüsiert als der Junge verschwunden war. "Diese Rennerei muss ich ihm abgewöhnen. Ich sollte ihn mit dem palastinternen Comsystem vertrtaut machen." Der Erste Funken Hoffnung Fast wäre es misslungen. Der Plan, sorgsam eingefädelt und lange vorbereitet, wäre fast an der Unachtsamkeit eines Comoffiziers gescheitert. Mit steinerner Mine hatte Imperator Eldroth die sofortige Exekution dieses Stümpers angeordnet, der beinahe das Wiedererstarken Calexus' verhindert hätte. Auch nun, Stunden nach dem unglücklichen Ereignis, konnte man des Herrschers Unmut deutlich spüren. Zwar hielt er seine Gesichtszüge perfekt unter Kontrolle, doch die Nahestehenden konnten ihn vor Zorn förmlich vibrieren spüren. Niemand im Thronsaal wagte nur laut zu atmen. Adjutant Stukov, noch immer halb geschockt, halb beeindruckt von der Strenge und Gnadenlosigkeit seines Herrn, musste seine Hände zu Fäusten ballen um sein Zittern zu untredrücken. Die Stille in der Halle war gespenstisch. Wo gewöhnlicherweise stets das Raunen der Berater und das Klappern der Tastaturmodule zu hören war, vernahm man heute nicht einmal ein Räuspern. Stukov wurde zum ersten Mal bewusst, welche ungeheure Macht der Mann auf dem Thron innehatte. Der Mann, den er immer als Vaterfigur empfunden hatte, konnte mit einem Wink seiner Hand Welten verdammen und Tausende in den Tod stürzen, konnte den Planeten zu Ruhm führen oder ihn ins Verderben stürzen. Spontan begriff er, wie nahe Licht und Schatten beieinander lagen, und das erste Mal empfand er Furcht vor seinem Herrn. "Stukov, Bericht! Wo bleibt die Antwort von Imperator Tell?" Die donnernde Stimme des Imperators schallte durch den Saal und ließ den Adjutanten schreckhaft aus seinen Gedanken auffahren. Der Blick aufs Terminal ließ ihn enttäuscht den Kopf schütteln. "Er hat noch nicht geantwortet, Herr." Mit grimmiger Mine ließ sich Eldroth erneut in seinen Thron sinken. Die Spannung im Raum war spürbar angespannt. Stukov begann sich zu fragen was passieren mochte wenn sein Herr die Geduld verlor und... nein, daran wollte er nicht denken. Da begann plötzlich der Notifier zu blinken. Gespannt beugte er sich über sein Terminal,überprüfte den Absender und atmete erleichtert auf. "Mein Herr, Imperator Tell antwortet uns. Die Flotte transportiert alle angeforderten Ressourcen und erreicht unseren geliebten Planeten in 06:17." Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf Eldroths Gesicht ab. "Gepriesen sei unser geschätzter Allianzbruder. Nun können wir unseren Feinden zeigen, dass unser Reich die dauernden Provokationen nicht hinnimmt. In wenigen Tagen wird unsere Flotte bereit zum Gegenschlag sein. Auf, ihr Söhne Calexus', wir ziehen in den Krieg!" Wie vom Blitz getroffen stand Stukov an seinem Terminal. Der Traum wurde wahr, sie würden sich gegen die so überlegenen Gegner behaupten und sie Respekt vor dem Banner Calexus' lehren. Nach den vielen Demütigungen, nach jenen sechs Tagen der Dunkelheit würde sich sein Volk endlich gegen das erlittene Unrecht wehren und seinen rechtmäßigen Platz als Herrscher der Galaxie einnehmen! Der Fall Calexus' Ein weiteres Orbitalbombardement erschütterte den Planeten. Der dumpfe Groll der einschlagenden Asteroiden vermischte sich mit dem lauten Brechen von Stahl und Lutinumm untermalt vom permanenten Dröhnen der wendigen Jäger, die sich Welle um Welle auf die großen Schlachtschiffe stürzten. Explosionen und Leuchtspurgeschosse erhellten den abendlichen Himmel, der von den untergehenden Sonnen in rötliches Licht getaucht wurde. In der Ferne konnte man den großen Ozean sehen, dampfend ob der Masse heißer, abgestürzter Jäger und fehlgelenkter, glühender Asteroiden. Adjutant Stukov konnte sich kaum auf den Beinen halten. Das leichte Zittern, dass die Männer seit Beginn des Angriffs in ihren Beinen spüren konnten, hatte sich zu einem Ruckeln und Schwanken gesteigert, das Erinnerungen an den Simulator in der Pilotenausbildung wach werden ließ. Stukov spürte Zweifel. Seit Beginn dieses Kriegs war einiges falsch gelaufen, das wusste er. Der göttliche Imperator hatte sie zwar von Erfolg zu Erfolg geführt, doch all das war nicht genug. Sie hatten dem Feind zuviel Zeit gelassen. Was nutzte es nun, dass sie zwei Drittel der Streitkräfte besiegt hatten, wenn das verbleibende Drittel immer noch ein Vielfaches der eigenen Truppen ausmachte? Er hob seinen Blick und betrachtete seinen Herrscher. Imperator Eldroth saß wie immer auf seinem Thron, augenscheinlich unbeeindruckt von der gegenwärtigen Lage. Stukov bewunderte diese Größe so sehr wie er sie verachtete. Es war jene Größe, die Calexus aufsteigen ließ in die Reihen der Mächtigen, doch sie hatte auch seinen Untergang herbeibeschworen. Während Stukov noch vor sich hin grübelte, stand der Imperator langsam auf. Sofort richteten sich alle Blicke auf ihn. Gespannt harrten die Generäle, Kommisare, Admiräle und Psioniker seinen Anweisungen. Der Herrscher ließ seinen Blick über die versammelten Würdenträger schweifen. Er konnte stolz auf sie sein. In seinem Namen hatten sie in kürzester Zeit großartiges geleistet. In seinem Namen hatten sie Welten erobert, Flotten besiegt und Tributzahlung in unermesslicher Höhe eingetrieben. Ja, er hätte wahrhaft zufrieden sein können, wenn nicht der Umstand, dass Calexus nun kurz vor der Vernichtung stand, seine Pläne durcheinandergebracht hätte. Nicht einmal er hatte mit diesem Angriff gerechnet, aber selbst wenn, es hätte nichts genutzt. Seine verbliebenen Gegner hatten sich verbündet und gemeinsam eine gigantische Flotte geschaffen, gegen die selbst die vorbildlich ausgebildeten Streitkräfte seines Planeten keine Chance hatten. Der Himmel über seiner Hauptstadt war schwarz ob der Masse an Jägern, Kreuzern, Cougars und LongEagles. Die im Orbit stationierte Flotte wurde mit 2 Salven ausgelöscht, nicht ohne zuvor unter den Verteidigern massiven Schaden anzurichten. Danach nahmen die Gegner die Verteidigungsstellungen unter Beschuss und löschten eine nach der anderen aus. Die auf dem Planeten stationierten Jagdschwadronen stiegen sofort auf und umkreisten seitdem sie riesigen Schlachtschiffe in waghalsigen Manövern, dem Feind empfindliche Verluste zufügend. Trotzdem, auch sie würden sich nicht mehr lange halten können. Er fühlte sich so ohnmächtig, und mit der Ohnmacht stieg unermesslicher Zorn in ihm auf. Zorn auf seine Feinde, Zorn auf seinen eigene Unterlegenheit. Laut wandte er sich an die Versammelten:"Volk von Calexus! Uns bleibt nichts mehr zu tun, uns bleibt nichts mehr zu sagen. Wir sind verloren. Der Feind ist zu stark und zu zahlreich. Calexus ist zerschmettert. Eines nur bleibt uns noch: Der Tod. Wir werden nicht in Schande leben, wir werden nicht die Schmach der Gefangenschaft kosten. Auf Männer, auf dass wir dem Feind ein letztes Mal die Stirn bieten!" "Aber Herr, was ist mit unseren Bündnispartnern? Sie werden kommen uns zu rächen und wir können einen neuanfang beginnen." Stukov war erstaunt ob seiner eigenen Kühnheit. Ruckartig drehte sich der Imperator zu ihm um und funkelte ihn aus wutschwarzen Augen an. "Unsere Bündnispartner? Ich sehe sie nicht. Wer weiß, ob sie überhaupt noch kommen? Ich weiß nur, dass diese Welt vor der Zerstörung steht und dass ich den Untergang Calexus nicht mehr miterleben will." Entschlossen schritt der Herrscher auf die großen, verzierten Tore zu, die langsam vor ihm aufschwangen. Die Menschen im Saal schauten ihm gespannt hinterher. Verblüffung, Demut, Trauer... kein Ausdruck vermag die Stimmung zu beschreiben, die in dem ehrwürdigen Raum herrschte, als Eldroth, der Große Herrscher Calexus', die Pforte durschritt, eine Handlung so einfach wie das Anzünden einer Kerze, und doch war es, als würde ein Zeitalter zu Ende gehen. Stukov blickte verwirrt in die Runde. Niemand vermochte zu sagen, was nun geschehen würde. Nach und nach verließen alle den Raum, um selbst einen Weg zu finden, dem Geschehen zu entkommen. Nur Stukov verblieb noch im Thronsaal, dem geheiligsten Raum Calexus', dem Sinnbild der Kraft und der Stärke seines Volkes. Langsam erklomm er die Stufen die zum großen Herrscherthron führten, einen Fuß vor den anderen setzend. Er kniete sich davor nieder, demütig und voll Ehrfurcht. Er dachte an die zurückliegenden Monate, an seinen Herrscher, an die Größe Calexus. Gut erinnerte er sich an die Rede seines Herren nach den Schrecken der 6 Tage. Kaum zu glauben, dass derjenige, der noch vor kurzem so von Kraft und Größe erfüllt war, nun den Pfad der Toten eingeschlagen hatte. Trauer machte sich in ihm breit, doch sein Gesicht blieb unbewegt. Er gedachte dem Volk Calexus', seiner letzten Hoffnung. Es würde den Planeten ernaut aufbauen, diesmal, um in Frieden darauf leben zu können. Langsam zog er das kostbare Zeremoniemesser aus seinem Gürtel und nahm es in beide Hände. "Calexus wird niemals sterben." Mit diesem Gedanken rammte er sich die Klinge in den Bauch. Röchelnd kippte er vornüber und sank am Fuße des Throns nieder, den Dolch fest umklammert und den Mund zu einem Lächeln verzogen. Was mit den anderen Offizieren und Vertrauten geschah, weiß niemand genau. Einige entschieden sich, dem Beispiel ihres Imperators zu folgen und begaben sich zum Hangar, um einen Jäger zu besteigen und den Feinden Widerstand zu leisten und in Ehre zu sterben. Andere suchten ihr Heil in der Flucht oder in der Kapitulation. Manche versteckten sich in Bunkern und führten einen Guerillakrieg gegen die Besatzer, bis 2 Monate darauf eine Flotte der ALIVE eintraf und den Planeten entsetzte. Der große Krieg, in den Calexus verwickelt war, wurde von den alliierten der ALIVE gewonnen, die ihre Feinde in den Staub warf und damit auch gewaltig angeben konnte. Was den Imperator selbst angeht, so existieren zahlreiche Gerüchte und abenteuerliche Geschichten über sein Verschwinden. Viele erzählen, dass der Herrscher vom höchsten Turm des Palastes gesprungen sei, andere meinen, er habe sich auf den verwüsteten Hauptplatz gestellt und Hymnen intoniert bis ihn ein Orbitalbombardement ausgelöscht habe. Neuerdings erzählt man auch, er sei nicht tot sondern irre zwischen den Sternen umher, immer auf der Suche nach seinen Feinden, um sich zu rächen. Manche berichten gar, er habe ein neues Reich gegründet, noch stärker und glorreicher als das alte, doch diesen skurrilen Geschichten schenkt niemand Glauben. Die Wahrheit wird man wohl nie erfahren... And as everything ends I will stand tall and brave defending my home and people till the last drop of blood spills on the ground.