Warten auf Weihnachten 2007

Nun hat es Vista nicht mehr zum Fest geschafft, aber es ist für Microsoft kein Beinbruch. Im nächsten Jahr werden eh 90% Prozent der neuen Computer mit dem neuen Betriebssystem aus Redmond in den Läden stehen. Die Leute werden wieder reihenweise neue PCs aus dem Elektro- oder Supermarkt schleppen. Obwohl ein Gerät vom Fachhändler um die Ecke - ohne Windows-Zwangs-Lizenz - für ihre Zwecke oft günstiger wäre. Zuhause wird dann wieder mit den voreingestellten Administratorrechten gearbeitet und somit auf einen essentiellen Systemschutz verzichtet. Nur weil ein Softwarehersteller seine Anwender für zu blöde hält, wird es auch im neuen Jahr genug Nährboden für Computerviren geben. Aber etwas lässt mich bis Weihnachten 2007 hoffen, die Kunden des Softwareriesen werden mit Vista wesentlich deutlicher spüren, worauf der Monopolist wirklich Wert legt! Selbst wenn so eine kleine niedliche Sau den neuen Media-Supercomputer mit Vista vorstellt und DRM sowie Trusted Computing als heraus stechende Merkmale anpreist, wird es doch hoffentlich immer mehr Menschen geben die sich sagen: "Ich bin doch nicht blöd und lasse mich als Anwender immer mehr Restriktionen und Überwachungsmaßnahmen aussetzen!" Obwohl dieses Jahr doch wieder etliche MP3-Player mit DRM und PlaysForSure-Logo unterm Weihnachtsbaum liegen. Nur wenige Mitbürger Protest gegen die Massenspeicherung ihrer E-Mail, Handy oder Telefonkommunikationsdaten einlegen. Bei Atommülltransporten, Einschränkung von Arbeitnehmerrechten, Massenentlassungen nur noch unmittelbar Betroffene auf die Straße gehen. Selbst eine Volkszählung wäre heute kein Problem mehr; Ein kleines SMS-Gewinnspiel mit ein paar iPods und ein „Malle-Wochenende“ als Hauptpreis und schon gibt ein ausreichender Prozentsatz der Bevölkerung selbst intimste Daten auf unverschlüsselten Wegen preis. So etwas war damals in den 80er Jahren absolut undenkbar. Trotzdem glaube ich daran, dass es in der Gesellschaft bald wieder etwas mehr Gemeinschaft und weniger Ellenbogen geben wird. Ich glaube daran, dass zu starke Abhängigkeit gegenüber einem Softwareherstellers immer mehr Entscheider zum nachdenken bewegt. Oder das es für einen Unternehmer wesentlich effektiver ist in Mitarbeiterschulungen zu investieren, als jedes Jahr einen großen Teil des Budgets für Lizenzkosten einzuplanen. Wir bei Ubuntuusers haben einen guten Anfang gemacht, nur müssen auch wir geduldig sein und dürfen nicht Freie Software mit der Brechstange unter die Leute bringen. Behutsam, aber konsequent und stetig den Stein in Bewegung bringen, dann rollt er irgendwann von alleine weiter. Freiheit ist mehr als nur ein Wort auf dem Rand eines alten 5 Mark Stücks! Ein besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2007