Was ist Glück?
Es ist Sonntag Abend 23:30 CET. Das Wochenende kommt gerade wie ein Traum durch meinem komplizierten Gehirn vor... Als ob ich dieses Wochenende nicht gelebt habe. Als ob ich in einem fremden Universum wäre. Dabei war ich hier... in sehr bekannten Orten. So ist jedes Wochenende bei mir und jeder Moment bevor ich mich schlafen lege. Ich habe das Gefühl, daß mir etwas fehlt. Ich fühle mich irgendwie leer... Mein Wochenende dient nur noch dazu mich aus dem Alltag rauszubringen, damit ich vergesse was ich unter der Woche mache. Ich treffe mich zwar mit vielen Leuten, rede mit ihnen, lerne diese kennen, aber denoch fühle ich mich immernoch einsam. Zumindest wenn ich am Ende nachdenke was ich am Wochenende alles erlebt habe. Im Prinzip gar nichts. Gestern habe ich mich mit ein paar Freunden getroffen die auch gerne programmieren. So wie ich. Der eine ist der Vater meiner besten Freundin. Sie war auch kurz da gewesen mit ihrem Freund(warum hab ich bloß auch nicht so ein Glück). Dann sind sie gegangen, um ihr Wochenende zu zweit zu genießen. Also waren wir am Ende drei Leute vorm PC, haben uns unterhalten und programmiert. Es hat mich gefreut ein Bißchen Wissen weiterzugeben und noch ein Bißchen mehr zu nehmen. Dann habe ich gedacht: "Zeit zu gehen... den Bildschirm sehe ich beruflich eh schon die ganze Woche." Habe mich verabschiedet und bin zu meinem Stammclub tanzen gegangen... Ein Bekannter von mir hat aufgelegt. Irgendwann war die Anlage kapputt, weil jemand Bier auf die Turntables draufgeschüttelt hat und damit war es auch aus für die Party. Der DJ hat mich gefragt ob wir nicht nach Aschaffenburg fahren könnten um seine Freundin abzuholen, da habe ich natürlich "ja" gesagt. Schließlich war es ja nicht so weit weg... Das was mich eigentlich wieder zum Nachdenken gebracht hat, ist wie glücklich die Beiden zusammen sind und wie sie miteinander umgehen. Das Glück das ich nie hatte... Durch die Zeitumstellung kam es mir natürlich so vor als ob die Zeit lange stehen geblieben ist... nur für die Beiden, damit sie länger ihr Glück erleben dürfen. Gleichzeitig war dies eine Stunde mehr Einsamkeit für mich... Auch wenn ich mich gefreut habe daß die Beiden glücklich sind, brennte der Neid in mir... es gab nur einen Gedanken: "Ich will auch Glücklich sein... warum bin ich es nicht?" Irgendwie bin ich ja immer gut gelaunt wenn ich ausgehe, aber warum verfolgen mich danach immer diese Gedanken der ewigen Einsamkeit? Scheinbar hat diese Welt keinen Platz für Romantiker... keinen Platz für Menschen die niemanden Schlagen können, die keinen Hauch von Aggression zeigen und bereit sind Liebe zu geben. Auch wenn ich mich nicht so fühle als ob ich schon mal geliebt hab... nicht mal mich selbst. Ich liebe meinen Bruder, auch wenn ich es ihm nie deutlich gezeigt habe, meine Mutter, nachdem ich mich mit ihr gut verstehen konnte, dann meinen Vater(auch wenn ich mich meistens nicht so gut mit ihm verstehe) und dann den Rest der Familie. Aber Liebe im Sinne von Partnerschaft? Da frag ich mich irgendwie immer ob ich das schon erlebt habe... und damit meine ich nicht (nur) Sex! Warum fühle ich bloß diesen Neid anderen gegenüber? Was habe ich aus mir gemacht? Muß ich denn immer wieder der außenstehende Helfer in der Not sein? Der der immer gut gelaunt ist und anderen Kraft gibt, aber für sich selbst kaum was behält? Die meisten Menschen sagen: "Man kann nicht andere Helfen oder Lieben wenn man sich selber nicht mag..." Das muß mir erstmal jemand beweisen. Auch wenn manchmal das Bedürfnis da ist ein Bißchen Liebe und Geborgenheit zurückzubekommen, kann ich andere Helfen. Dafür bleibe ich aber immer der Tröster, die Vertrauensperson... Derjenige der immer da ist. Dadurch verliere ich aber meine eigene Realität... das Leben so wie ich es Leben möchte. Warum kann ich aber nicht einfach mal einen Hilferuf ignorieren? Warum hab ich das Gefühl daß ich danach ein schlechte Gewissen bekommen würde, auch wenn ich nicht mal an Gott glaube? Und immer wieder verfolgt mich diese Lebenseinstellung: "Meine Rechte hören dort auf, wo die der Anderen anfangen."