winterluft, hell.
danach sitzt sie im flur, wo es dunkel ist, das licht geht nur an, wenn man sich bewegt, es reicht nicht, ganz sanft hin und her zu rutschen. viele tage sind vergangen. die luft schillert und nimmt selene mit sich, reise durch farbenspiel ohne ans regenbogenende zu kommen. es ist ruhig und soll ruhig sein. atmen. luft ganz langsam und dennoch wild ausströmen lassen ins dunkel, dann fließt, sagt die ältere tänzerin und selene stimmt zu, die neue luft ganz von selbst ins innere. der farbstrom hebt unter ihren füßen ab und trägt sie stundenlang vom flur über treppen und druch türen ins freie, wo winterluft mit leichtem regengeruch die hitze ersetzt hat, die das letzte mal herrschte. unbekümmerte wärme unter dem mantel, praktische wanderschuhe, durch die der regen in den pfützen nicht dringt. musik dringt aus den künstlerateliers in der nachbarschaft. verdandi? ja. ich habe dich schon damals im auto angerufen. aber du warst nicht wirklich bei mir. nicht für länger. die straßen öffnen sich von neuem mit gewaschenem gesicht und machen einen veränderten eindruck, wie von schleiern befreit. obwohl selene weiß, daß schleier vor den augen entstehen und nicht an den hauswänden, nimmt sie es als verbesserung. luft, kühl, voller nässe, frisch, mit aller symbolik von erneuerung strömt in ihre lungen.