Zuhause gefunden?

Es scheint so, als ob ich einen schönen Platz zum Wohnen gefunden habe. 3er WG, Altbau, Stadtzentral, 17 qm, ein sonniges Zimmer mit großem Fenster und hohen Decken. Eine große Küche mit Balkon gibt´s dazu. Leider ist der Spaß nicht ganz billig. Aber Münster ist ein teures Pflaster. Das Zimmer ist auch erst zum 1. August frei. Bis dahin kann noch viel passieren. Solange noch nichts unterschrieben ist, ist noch nichts spruchreif. Wir werden sehen… Letzte Nacht hatte ich prompt Alpträume davon: mein Papa meinte in dem Traum, ich könne die Miete vielleicht nicht bezahlen. Realistisch betrachtet kann ich das natürlich, sonst würde ich die Butze doch nicht mieten. Aber genetisch veranlagt bin ich ein Sparfuchs (mein Großvater war der geizigste Mensch weit und breit :b) und billiger geht es natürlich immer. Na, es wird schon schief gehen. Zum Thema „Zuhause gefunden“ fallen mir jedoch auch ganz andere Dinge ein. Eine Beziehung zum sollte meiner Meinung nach auch ein Zuhause darstellen. Ein Ort, an dem man sich wohl fühlt. Bisher war es hier auch so. Und plötzlich bringen kleine, eigentlich unerhebliche Situationen das Gerüst ins wanken. Wir nähern uns der magischen Drei-Monats-Frist. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen entscheidet dieser Zeitraum über das Scheitern oder das Überleben einer Beziehung. Sicherlich schaue ich nicht auf den Tacho um zu sehen wie spät es ist. Doch ich bin ganz glücklich darüber, dass ich a) in der Lage bin mein Gegenüber kritisch zu beobachten b) nicht zur Euphorie neige (jedenfalls nicht länger als einen halben Tag) und c) mir trotz kritischer Betrachtung gefällt, was ich sehe. Gerade in letzter Zeit gab es eine Menge schöner Situationen die mir Vertrauen gegeben haben. Und dann entsteht plötzlich eine Situation die mich zurück wirft. Eigentlich etwas völlig banales. Ein impulsiver Moment seinerseits, ein völlig unangemessenes Verhalten gegenüber einem Dritten. Eine unbedachte Reaktion die ich sicher nachvollziehen kann weil sie im Charakter desjenigen liegt. Aber es war eine Reaktion, die mich einfach gestört hat. Entsprechend habe ich mit einer kurzen, deutlichen Ansprache reagiert.:`( Daraufhin gingen wir etwas unglücklich auseinander, an dem Tag. Jetzt bin ich aber so sensibel – und das finde ich nicht wirklich gut - dass ich mir den ganzen Tag über so etwas Gedanken mache. Mir wäre liebe, ich könnte einfach mal die coole Sau sein, die sagt: Scheiß was drauf, ich mach mein Ding, Du Deines. Nein, ich schlafe dann schlecht. Dann muss ich auch noch aufpassen, dass ich beim klärenden Gespräch nicht anfange zu heulen. Dabei habe ich ja nun wirklich keinen Grund. Und so muss ich mir auf die Lippen beißen um meine Emotionen in Zaum zu halten. Das finde ich mal echt zum Kotzen! Souveränität ist halt eine Kunst. Auch ich beherrsche sie nicht immer.